Im Ilm-Kreis fahren die meisten Elektroautos in Thüringen

Ilm-Kreis  Das Ladesäulennetz wird im Landkreis weiter ausgebaut. Landesweit soll es ein einheitliches Tarifsystem geben.

Maike Tröbs im Tesla: Knöpfe sucht man vergeblich, alles wird über den großen Touchscreen geregelt.

Foto: Robert Schmidt

Der Ilm-Kreis steht in Sachen Elektromobilität ziemlich gut da. Laut einer Studie der Dualen Hochschule in Eisenach fahren hier die meisten Elektroautos in ganz Thüringen. Auch wenn ihr Anteil mit 0,17 Prozent aller Fahrzeuge noch verschwindend gering ist, der Klimaschutzmanager des Ilm-Kreises, Felix Schmigalle, ist schon „ein bisschen stolz“ auf diesen ersten Platz. In Zahlen: Von 59 153 zugelassen Autos sind das genau 100 Elektroautos. Thüringenweit sind laut Studie 731 Elektroautos zugelassen.

In Arnstadt gibt es auch eine Niederlassung von „next move“, deutschlandweit der größte Vermieter von Elektroautos. Dort gibt es vom Kleinwagen bis hin zur Luxuslimousine von Tesla alles, was das Herz begehrt. „Na klar ist die erste Frage immer die nach der Reichweite“, sagt Volker Srock von der Firmenleitung. Die schwankt – je nach Fahrzeugklasse – so zwischen 200 und 500 Kilometern. Für die meisten reicht das, da sie sowieso diese Autos nicht für eine Spontanreise nach Kroatien nutzten, sondern hier in der Region unterwegs seien.

Größtes Problem ist das bei weitem nicht flächendeckende Ladesäulen-Netz in Deutschland und damit auch in Thüringen. Zwar könne man so die Batterien der Elektroautos an jeder Steckdose aufladen, man könne aber auch schlecht beim nächstbesten Häuslebesitzer klingen und fragen, ob man mal ein bisschen Strom haben dürfe.

Im Ilm-Kreis gibt es derzeit elf Ladesäulen, sechs davon sind öffentlich. Für eine ausreichende Versorgung geht man von mindestens einer Ladesäule in einem 30-Kilomter-Radius aus. Demnach müssten im Ilm-Kreis mindestens 17 Ladesäulen stehen, die auch alle öffentlich nutzbar sind.

Es gibt einen weiteren wichtigen Punkt: Es braucht ein einheitliches Tarifsystem, denn es kam und kommt vor, dass man mit seinem Elektroauto endlich und vielleicht noch gerade rechtzeitig vor einer Ladesäule steht, dort dann aber auch nicht weiterkommt, weil man eben keinen Zugang zum jeweiligen Tarifsystem hat. Zumindest in Thüringen soll es laut Schmigalle ein einheitliches Tarifsystem geben, alle neuen Säulen werden damit ausgestattet und die alten nach und nach entweder ausgetauscht oder umgerüstet.

Wichtig sei auch der in Thüringen diskutierte Masterplan zur Elektromobilität. Unter anderem heißt es in dem Papier, dass bis 2030 zehn Prozent aller Autos, die auf den Straßen unterwegs sind, das mit einem Elektroantrieb tun. Und auch in den Busunternehmen soll verstärkt auf den Elektroantrieb umgerüstet werden, hier habe es im Ilm-Kreis laut Schmigalle schon Gespräche gegeben. Und auch nicht wenige Kommunen im Ilm-Kreis denken darüber nach, mindestens ein Elektrofahrzeug in ihren Fuhrpark aufzunehmen. Im Landratsamt werden demnächst zwei solcher Autos angeschafft, auch um mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Weiteren Ladesäulen sind bereits geplant

Bei „next move“ jedenfalls seien die Kunden mit ihren Elektroautos durchweg zufrieden. Die meisten leihen sich dort ein Elektroauto über mehrere Wochen und Monate, um ihn zu testen und um Erfahrungen zu sammeln. „Nicht wenige von ihnen steigen danach auf einen solchen Wagen um“, sagt Kundenberaterin Maike Tröbs. Die seien zwar immer noch so zwischen 5000 bis 10 000 Euro teurer als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotoren, aber auch das werde sich laut Srock in den nächsten Jahren ändern.

Schmigalle sieht den Landkreis auf einem guten Weg, auch weil weiterere Ladesäulen geplant sind – in Arnstadt, Großbreitenbach, Stadtilm und Schmiedefeld. Die werden auch alle öffentlich zugänglich sein.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.