Jäger erlegen 32 Füchse im Weimarer Land – Peta fordert Verbot der Fuchsjagd

Weimar  Was für den einen martialisch erscheinen mag, verstehen die Jäger als wichtigen Beitrag zur Arterhaltung: Vergangenen Sonntag erlegten Waidmänner u.a. 32 Füchse - laut Tierrechtsorganisation Peta ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

32 Füchse, drei Waschbären, sechs Steinmarder, einen Iltis und drei Minke erlegten die Jäger des Kreisjagdverbandes Weimar und der Jägerschaft Apolda während der vergangenen Woche im Weimarer Land. Archivfoto: Maik Schuck

32 Füchse, drei Waschbären, sechs Steinmarder, einen Iltis und drei Minke erlegten die Jäger des Kreisjagdverbandes Weimar und der Jägerschaft Apolda während der vergangenen Woche im Weimarer Land. Archivfoto: Maik Schuck

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40 Waidmänner trafen sich vergangenen Sonntag auf der Marienhöhe in Weimar, um nach der

jährlichen Raubwildbejagungswoche die Strecke zu legen. Die Jäger des Kreisjagdverbandes Weimar und der Jägerschaft Apolda hatten während der vorangegangen Woche insgesamt 32 Füchse, drei Waschbären, sechs Steinmarder, einen Iltis und drei Minke erlegt. Die Jäger verstehen dies als wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Natur. Die Tierrechtsorganisation Peta hingegen kann keinen „vernünftigen Grund“ für das Töten eines Tieres - wie es das Tierschutzgesetz vorsieht - erkennen. Die Tierrechtler fordern deswegen die Thüringer Landesregierung dazu auf, die Jagd auf Tiere zu verbieten. Bereits vor einem Jahr hatte die Organisation Jäger der drei Jagdverbände wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angezeigt .

„In Thüringen werden jedes Jahr etwa 20.000 Füchse ohne Grund grausam von Jägern getötet . Viele Tiere sterben durch Fehlschüsse einen langsamen Tod oder werden in Fallen regelrecht zerquetscht“, sagt Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. „Das Töten von Tieren als Freizeitbeschäftigung hat im 21. Jahrhundert nichts zu suchen. Die Politik muss endlich handeln und dem sinnlosen Töten ein Ende setzen.“ Kurt Klameth, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes, äußerte sich bereits vor einem Jahr zu gleichlautenden Vorwürfen: „Unsere Jagden finden in der Regel sauber statt. Die behauptete Fülle an Fehlschüssen gibt es so nicht. Die verwendeten Fallen richten sich nach dem Tierschutzgesetz“, betont Klameth, der in der Jagdschule der Kreisjägerschaft auch für die Ausbildung von Jägern verantwortlich zeichnet.

Deutschland seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut

Klameth erklärt das gezielte Erlegen : „Würden wir die Raubwildbestände nicht reduzieren, wäre das zum Schaden unseres Niederwildes - von Hasen, Rebhühnern, Fasanen und anderen Feldvögeln. Deren Bestand nimmt umso mehr ab, je mehr Prädatoren, also Fressfeinde, hier vorkommen.“ Peta hält das jedoch für Augenwischerei, weil sich Füchse vornehmlich von Mäusen ernähren und der Populationsrückgang von Feldhasen damit nicht zu begründen sei. Zudem würden Jäger jährlich etwa 2000 Feldhasen im Freistaat töten. Laut Klameth würden Füchse viele Krankheitserreger in den städtischen Raum bringen. Peta hält dagegen und argumentiert, dass Deutschland seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut sei.

Die erlegten Tiere werden in der Pelzverarbeitung verwertet: „Warum sollten wir die heimischen Ressourcen nicht nutzen und stattdessen Importe aus chinesischer Massentierhaltung beziehen oder aus Kanada, woher die meisten Fuchspelze stammen?“, meint Klameth abschließend und verweist auf die Jahreshauptversammlung des Kreisjagdverbandes, die am 4. März im Bad Berkaer Zeughaus stattfindet. Der Fachvortrag widmet sich diesmal der Raubwild-Bejagung in Ökosystemen.

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