Jubel auch auf dem Lindenberg nach dem erlösenden WM-Tor

Weimar  Stadt und Landkreis im Fußballfieber: Beim Public Viewing erleben Fußball-Fans Zitterpartie bis zur letzten Minute

Freude und Erleichterung nach dem glücklichen Abschluss der Zitterpartie auch auf dem Lindenberg, wo BVB-Legenden sich ins Publikum mischten.

Freude und Erleichterung nach dem glücklichen Abschluss der Zitterpartie auch auf dem Lindenberg, wo BVB-Legenden sich ins Publikum mischten.

Foto: Maik Schuck

Anni Hense sollte Recht behalten: 2:1 tippte sie am Rande des BVB Family Cups für Deutschland im Spiel gegen Schweden. Mit ihrem Mann Gerhard war sie aus Sömmerda nach Weimar auf den Lindenberg gekommen, um die Alten Herren der Dortmunder spielen zu sehen. Das Ehepaar saß auf einem Ehrenplatz, schließlich feierten Anni und Gerhard Hense, absolute BVB-Fans, mit dem Besuch ihren 45. Hochzeitstag. Das Deutschlandspiel sahen sie dann daheim in Sömmerda mit Freunden. Und das Herzschlagfinale bestätigte Anni Hense, die bislang kein WM-Spiel ausgelassen hat, in ihrer Voraussage. Das Weimarer Clubtheater hatte seine zweite Aufführung von „Normal Null“ extra um zwei Stunden vorverlegt, dann ging es mit dem Publikum ins Erdgeschoss zum Public Viewing.

„Wir drücken Deutschland die Daumen“, sagt Regisseurin und Musikstudentin Lisa-Astrid Mayer. Umso enttäuschter waren sie nach dem Führungstreffer der Schweden zu Beginn der ersten Halbzeit. Sie mussten sich bis nach der Halbzeitpause gedulden, bevor beim Anschlusstreffer von Marco Reus die Arme jubelnd in die Höhe schnellten. Beste Stimmung danach auch im vollen „Shakespeares“, wo vor dem Großbildschirm kein Platz mehr frei war. Auf gleich drei Bildschirmen verfolgten Fußball-Fans beim Public Viewing im Hof von Jagemanns, wie Jogis Jungs sich weitere Torchancen erkämpften, um das drohende Aus bei der Fußball-WM abzuwenden.

Haareraufen und Entsetzen auch im Obergeschoss des Atriums, wo sich ein internationales Publikum aller Altersstufen vor dem großen Flachbildschirm versammelt hatte. Die Erlösung kam erst in der letzten Minute der Nachspielzeit: Beim Tor von Toni Kroos hielt es auch die Besucher der Gaststätte „Zur Rose“ nicht mehr auf den Plätzen. Viola und Alrik hatten die Hoffnung ohnehin nicht aufgegeben. Mit schwarz-rot-gelber Perücke und ebenso farbener Kette bewiesen sie auch äußerlich, für wen ihr Herz bei dieser WM schlägt.

In Blankenhain hatte Pfarrer Günter Widiger wieder zum gemeinsamen Schauen in den Pfarrgarten eingeladen. Rund 50 Fans wurden bis zur letzten Minute auf die Folter gespannt. Mit dem Freistoß von Kroos in letzter Sekunde, der im Tor der Schweden einschlug, gab es für die Zuschauer kein Halten mehr. – In Kromsdorf feuerten der TSV und seine Freunde das deutsche Team im Festzelt auf dem Vereinsgelände an. Allen fiel ein Stein vom Herzen, als der Führungstreffer fiel.

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