Junge Berliner wollen Reste-Restaurant eröffnen

Berlin. Nur Lebensmittel, die nicht vermarktet werden können, sollen in den Gerichten verarbeitet werden.

Das Berliner Startup „Restlos glücklich“ will das erste Restaurant gegen Lebensmittelverschwendung eröffnen, in dem mit „geretteten“ Lebensmitteln gekocht wird. Foto: Paul Zinken/dpa

Das Berliner Startup „Restlos glücklich“ will das erste Restaurant gegen Lebensmittelverschwendung eröffnen, in dem mit „geretteten“ Lebensmitteln gekocht wird. Foto: Paul Zinken/dpa

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Edelschokolade aus Ecuador, die zu lang am Zoll stand, Dutzende offene Weinflaschen, die bei einer Verkostung übrig blieben oder unverkäufliche Riesen-Zucchini eines Bio-Bauern: Leonie Beckmann und ihre Mitstreiter vom Verein „Restlos glücklich“ müssen gar nicht lange suchen, um in Berlin Lebensmittel zu finden, die nicht mehr verkauft werden können, aber zu schade für die Tonne sind. Im Herbst wollen die Sechs deshalb ein Restaurant eröffnen, in dem fast ausschließlich solche Produkte verarbeitet werden sollen. Damit will der Verein ein Zeichen gegen die Verschwendung setzen.

„Wir wollen einfach, dass Lebensmittel wieder wertgeschätzt werden“, sagt Beckmann. Nach einer Studie des WWF landen in Deutschland jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Obst, Gemüse, Backwaren oder auch Fleisch und Fisch sollen als Spenden von verschiedenen Partnern kommen.

Weil täglich unterschiedliche Produkte anfallen werden und die Menüs nicht langfristig planbar sind, wollen die Macher jeden Tag zwei bis drei wechselnde Hauptgerichte servieren – zum Preis von etwa sieben bis 14 Euro. Bis auf zwei Köche und den Geschäftsführer beteiligen sich alle ehrenamtlich an dem Gemeinschaftsprojekt. Doch bis zur Eröffnung muss der Verein noch 50.000 Euro sammeln und ein geeignetes Lokal finden. Bei der Geldsuche setzen die Initiatoren auf die Crowdfunding-Plattform „Startnext“ im Internet. Dort seien bereits mehr als 6000 Euro zusammengekommen, sagt Beckmann.

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