Keller-Musik vereint Hobby-Musiker in Urbach

Urbach  Hobbykünstler der Region veranstalten am 23. Februar die zweite Auflage des Konzertes in Striebecks Felsenkeller.

Jürgen Bergmann, Alexander John und Katrin Gerlach (von links) haben die Keller-Musik in Urbach aus der Taufe gehoben.

Jürgen Bergmann, Alexander John und Katrin Gerlach (von links) haben die Keller-Musik in Urbach aus der Taufe gehoben.

Foto: Marco Kneise

Um ein paar Stunden Musik zu machen, braucht es nicht viel. Kein langer Aufbau von Instrumenten, keine lange Setliste mit Titeln, die alle vorgegeben sind. Einfach drauf los spielen, lautet das Credo des Abends.

Schon erfüllen die ersten Klaviertöne den Raum. Hinzu kommen Handbewegungen, die der Cajón trommelähnliche Töne entlocken. Rhythmische Schläge auf das Ride-Becken folgen und dann eine Stimme, die das Lied mit Emotionen aufpumpt und dabei Gänsehaut vom Kopf bis zu den Zehenspitzen erzeugt – indem Katrin Gerlach einen der populärsten Singer-Songwriter-Songs auf ihre Weise interpretiert – „Hallelujah“.

Wenige Minuten später weicht die melancholische Hymne aus der Feder Leonard Cohens eher heiteren Klavierklängen, die Alexander John anstimmt. So unkompliziert und locker wird es in Urbach demnächst erneut zugehen, wenn Striebecks Felsenkeller am 23. Februar zu den „Brettern der Goldenen Aue, die die Welt bedeuten“ wird. Auf die Premiere der ersten Keller-Musik im Oktober des vergangenen Jahres folgt nun die zweite Auflage. „Dann probieren wir wieder aus, wie es ist, ein gutes Dutzend Hobbymusiker aus der Region in einen Saal zu ‚sperren‘ und Musik zu machen“, erklärt Alexander John, der das Projekt zusammen mit Jürgen Bergmann und Katrin Gerlach im Gasthaus der Eltern aus der Taufe gehoben hat.

„Es fing damit an, dass ich immer mal wieder Klavier spielte. Irgendwann schleppte Jürgen seine Cajón an und wir ergänzten uns. So ging es immer weiter, bis wir vergangenes Jahr auf die Idee kamen, daraus einen Musikabend zu machen. Wenn man das will, braucht man aber noch Gesang“ so der 18-jährige Urbacher, der Klavier und Bass spielt, sich seine ersten Stücke autodidaktisch beibrachte. So ergab sich die Konstellation mit der ebenfalls aus Urbach stammenden Katrin Gerlach, die dem Trio fortan die Stimme gab.

Die Chemie unter den Musikern stimmt

Damit stand die Basis für so einen Abend. Der Kreis der Musiker wuchs, weil jeder jemanden kennt. „Dann wurde ein wenig zuvor geübt, so dass zur eigentlichen Keller-Musik alles flüssiger lief“, verrät Alexander John über die erste Auflage, bei der die Chemie unter den Musikern stimmte. „Man muss sich das wie bei einer Session vorstellen, bei der unterschiedliche Musiker-Konstellationen aufeinandertreffen, die Zweier- und Dreier-Gruppen bilden. Es lebt von der Spontanität. Jeder kann mitmachen und einsteigen. Notenblätter spielen da keine Rolle“, erklärt Jürgen Bergmann, der dabei die Akzeptanz untereinander und das, was dabei am Ende rauskommt, so sehr schätzt. Bergmann, der aus dem benachbarten Heringen kommt, hat schon zu DDR-Zeiten Musik gemacht und in verschiedenen Bands gespielt. Nach der Wende sammelte er Erfahrung als Straßenmusiker, kennt daher viele aus der Szene.

Katrin Gerlach hatte vor etwa zehn Jahren aktiv Rock-Musik gemacht, die auch in die Richtung Metall ging, was man heute noch an ihrer Stimme erkennt. „Ich drücke den Jungs aber nicht auf, dass wir ,Black Sabbath‘ spielen“, so die Urbacherin mit einem verschmitzten Lächeln und betont, das sich alle wunderbar arrangieren. Neu hinzu gekommen ist Anna-Lena Grund, die Klavier spielt, so dass Alexander John die Möglichkeit hat, während mancher Stücke zum Bass oder zur Gitarre zu wechseln, so dass es eine Bereicherung der Musik darstellt. Redet Alexander John über Musik, gerät er ins Schwärmen. Nicht ohne Grund, denn der Schüler des Nordhäuser Herder-Gymnasiums hatte bereits mit dem bekannten Musiker-Duo „Milky Chance“ einen gemeinsamen musikalischen Auftritt auf der Bühne vor 8500 Leuten. Im vergangenen Jahr erschien sein erstes Mini-Album mit drei eigenen Stücken, das er selbst produziert hat und das seit dem 28. Dezember auf allen gängigen Download-Plattformen erhältlich ist.

Mit der Keller-Musik möchten die Musiker der Region etwas zurückgeben. Etwas, dass man nicht beschreiben kann, sondern erleben muss.

Die zweite Auflage der Keller-Musik findet am 23. Februar um 19.30 Uhr in Striebecks Felsenkeller in Urbach statt.

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