Kirchturm hat wieder eine Uhr

Salomonsborn  Neues Ziffernblatt und Uhrwerk von 1919 arbeiten in Salomonsborn zusammen. Halbstundenschlag der Bachert-Glocke

Steffen Willing montiert das Ziffernblatt am Kirchturm, Friedemann Boelicke schaut zu.Fotos (2): Holger Wetzel

Foto: Holger Wetzel

Erstmals seit den 90er Jahren zeigt wieder eine Uhr an der St.-Dionysius-Kirche in Salomonsborn an, was die Stunde geschlagen hat. Die Gräfenhainer Turmuhren-Firma Willing baute gestern das Uhrwerk von 1919 wieder im Kirchturm ein. Firmenchef Steffen Willing selbst hing, von Seilen gesichert, an der sonnenbeschiedenen Turmwand und brachte an der zum Ortseingang gewandten Fassade das Ziffernblatt an. Es besteht aus Aluminium und hat vergoldete Ziffern und Zeiger.

Die Idee zur Restaurierung der Uhr kam im Vorjahr dem Vorsitzenden des Bauausschusses im Gemeindekirchenrat, Friedemann Boelicke. Bei einem Empfang der Ehrenamtler, die an der Kirchenrestaurierung und der Anschaffung der dritten Kirchenglocke beteiligt waren, regte der damalige Pfarrer Ricklef Münnich an, doch wieder einen Stundenschlag zu installieren. „Dann brauchen wir aber auch wieder eine Uhr“, dachte sich Boelicke.

Die alte Uhr, die mit zwei Ziffernblättern arbeitete, war beim Umbau der Turmspitze in den 90er Jahren ausgebaut worden. Das Uhrwerk lagerte in der Garage eines Salomonsborner Bürgers. Auf Anfrage Boelickes stellte er sie gern zur Verfügung. Eine Zeit lang stand das Uhrwerk, das aus dem Jahr 1919 stammt, als Schauobjekt auf der Kirchenempore.

In der Turmspitze ließ sich die Uhr nicht mehr installieren. Die neue Position befindet sich unterhalb des Kirchturmfensters. Eine Spezialfirma aus Sohnstedt bohrte bereits im März ein 98 Zentimeter tiefes Loch mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern in den Turm, durch das die Uhr über Gelenke und Gestänge mit dem Ziffernblatt verbunden ist. Das restaurierte Uhrwerk hat bereits in einem Probelauf bewiesen, dass es richtig tickt.

Mit dem Anbau der Uhr wird es wieder einen Stunden- und einen Halbstundenschlag in Salomonsborn geben, sagte Boelicke. Er werde von der im Vorjahr angeschafften Bachert-Glocke ausgeführt, mit Rücksicht auf die Nachtruhe allerdings nur von 8 bis 20 Uhr. Die Steuerung erfolgt elektronisch.

Zahlreiche Privatspenden machten die Anschaffung möglich, die insgesamt rund 9000 Euro kostete. Boelicke hob zudem das Engagement der Erfurter Stadtwerke hervor, die ebenfalls gespendet haben. Die Anbringung des Ziffernblattes am Kirchturm erfolgte in Abstimmung mit der Denkmalpflege.

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