Knabe Verlag: Erfolgsgeschichte wie aus dem Bilderbuch

Weimar  Das Unternehmen feiert heute das Zehnjährige seiner Neugründung und ist auf dem Markt breit aufgestellt

Heute feiert Steffen Knabe, hier vor seiner Verlagsbuchhandlung, mit Mitarbeitern und Kooperationspartnern 10 Jahre neuer Knabe Verlag Weimar.

Heute feiert Steffen Knabe, hier vor seiner Verlagsbuchhandlung, mit Mitarbeitern und Kooperationspartnern 10 Jahre neuer Knabe Verlag Weimar.

Foto: Michael Baar

Der Weimarer Knabe Verlag ist in diesem Jahr 10 und zugleich 85 Jahre alt. Je nach Blickwinkel. Heute darf der Kinder- und Jugendbuchverlag auf zehn Jahre seines (Neu-)Bestehens zurückblicken. Vor 85 Jahren, im Jahr 1932, war er als „Weimarer Druck- und Verlagsanstalt Gebrüder Knabe“ von Karl Friedrich Knabe und seinen Söhnen Gerhard und Wolfgang gegründet worden. Nach 52 Jahren des Familienbesitzes musste der Verlag allerdings 1984 aufgelöst werden.

Vor diesem Hintergrund war es zwar eine traditionsbewusste, aber auch risikoreiche Entscheidung, als sich der Urenkel des Verlagsgründers, Steffen Knabe, im Jahr 2007 dazu entschloss, dem Knabe Verlag neues Leben einzuhauchen. Immerhin hatte er sich als Dienstleister für Filmproduktionen bereits einen Namen gemacht.

Mit Neuauflagen und Neuerscheinungen schaffte es der kleine Verlag auch wieder auf dem Büchermarkt. Die Übernahme der Buchhandlung „Die Eule“ und deren Umprofilierung zur eigenen Verlagsbuchhandlung im Jahr 2015 gab dem Knabe Verlag auch ein Gesicht mitten in der Stadt. Noch häufiger machte der Verlag 2016 von sich reden.

Steffen Knabe erwarb mit seiner Frau Juliane Bleis das Haus am Herderplatz 11 mitten in der historischen Altstadt und machte es zum Sitz des Verlages (und zum Wohnsitz der Familie). Fast gleichzeitig erwarb der Knabe Verlag den Tourist Verlag, der zu DDR-Zeiten nahezu touristischer Monopolist war. Auf diese Weise erweiterte er das Profil des kleinen Verlagshauses, das sich nach seiner Neugründung zunächst gezielt auf Neuauflagen aus der legendären Kinder- und Jugendbücherei, auf eine Sachbuchreihe für junge Leute und auf Neuerscheinungen von Nachwuchsautoren konzen­triert hatte.

Drei Neuerscheinungen und eine Neuauflage

Damit war es auch nachvollziehbar, dass Steffen Knabe im Jahr 2016 ebenfalls die Chance genutzt hat, um den Greifenverlag und auch den Burghügelverlag als sogenannte Imprints zu übernehmen und in den Markt einzuführen. Das Verlagsprogramm aus Weimar umfasst somit über die Kinder- und Jugendbücher hinaus auch Regionalliteratur, Belletristik, Krimis und Postkarten.

Aktuelle Neuerscheinungen des Knabe Verlages sind „Der Blitzkerl“, eine Erzählung von Charlotte Thomas über Benjamin Franklin, in der Jugendbücherei. In der Sachbuchreihe sind die Bionik-Bände 6 und 7 die jüngsten. Und für die erfolgreichen Neuauflagen steht „Ursula jagt eine Diebin“ aus dem Gebrüder Knabe Verlag. Das Buch fand 1960 so großen Anklang, dass drei weitere Auflagen folgten. Zum 75. Geburtstag von Ursula Knabe brachte der Knabe Verlag Weimar im Oktober 2015 die biografische Erzählung in „Knabes Jugendbücherei“ erneut heraus.

„Diese neu gesetzten Meilensteine geben uns gleich mehrere Anlässe, unser 10-jähriges Verlagsjubiläum zu feiern“, sagt Steffen Knabe stolz. Er hat deshalb Mitarbeiter und Kooperationspartner zu einer kleinen Feier eingeladen, um mit ihnen und Juliane Bleis auf die zehn Jahre anzustoßen und einen Blick auf die bewegte Geschichte des Knabe Verlages zu werfen.