Kreis beziffert Finanzbedarf der Schulen auf 68,5 Millionen Euro

Apolda  Investitionsplan für die Jahre von 2018 bis 2028 vorgelegt. Höchste Priorität hat der Neubau in Bad Berka

In die Lessingschule sollen einschließlich der Planungsleistungen von 2018 bis 2028 insgesamt über zwei Millionen Euro investiert werden.

In die Lessingschule sollen einschließlich der Planungsleistungen von 2018 bis 2028 insgesamt über zwei Millionen Euro investiert werden.

Foto: Sascha Margon

Mit der Übernahme der Schulträgerschaft auch für die Schulen im Stadtgebiet von Apolda hat sich der Investitionsbedarf an den Schulgebäuden gewaltig erhöht. Doch ohnehin wurde mit der Aufstellung eines neuen Schulnetzplanes durch den Kreistag mit 10-jähriger Laufzeit (unsere Zeitung berichtete) auch ein neues Schulinvestitionsprogramm notwendig. Das stellte die Verwaltung in der vergangenen Woche dem Kreistag vor.

Demnach liegt der Investitionsbedarf an den Schulen des Kreises bis zum Jahre 2028 bei rund 68,5 Millionen Euro – einschließlich der erforderlichen Planungsleistungen. An 32 Schulen, Schulverbünden und Förderzentren des Kreises soll in diesem Zeitraum etwas geschehen. Dabei reichen die Investitionen von vergleichsweise bescheidenen 75 000 Euro an der Grundschule Oßmannstedt/Kromsdorf (Brandschutz, Entwässerung Sporthalle, Rückbau Kleinkläranlage) bis zu den 8,5 Millionen Euro, die für die Planung und den Bau einer neuen dreizügigen Grundschule am Bad Berkaer Siedlerweg aufgewandt werden müssen.

Immerhin noch 8,2 Millionen Euro müssen für die Bausubstanz des Gymnasiums Bergschule in Apolda aufgewandt werden, und über 6 Millionen Euro sind erforderlich, den Schulverbund von Christian-Zimmermann-Schule und Werner-Seelenbinder-Schule in Apolda-Nord auf Vordermann zu bringen – jahrelang wurden hier unter anderem die elementaren Fragen des Brandschutzes durch den früheren Schulträger, die Stadt Apolda, vernachlässigt.

Weil keiner im Detail weiß, wie sich die Haushaltssituation des Kreises in den nächsten Jahren entwickelt, hat die Verwaltung auch an eine Prioritätenliste gedacht. Dort steht unangefochten der Schulneubau in Bad Berka an erster Stelle. An Position zwei findet sich die Teilsanierung des Gymnasiums in Mellingen, die inklusive der Planungsleistungen mit 871 000 Euro veranschlagt ist. Dann soll es um den Ersatzneubau für die ehemalige „Polytechnik“ in Pfiffelbach gehen (4,5 Millionen Euro). Und schließlich stehen die Brandschutzmaßnahmen an den von der Stadt Apolda übernommenen Schulen an vierter Stelle.

Bleibt im Laufe der Jahre noch genügend Geld für Investitionen übrig, so dürfen sich auch Lehrer und Schüler der ältesten Schule Apoldas, der Pestalozzischule, auf eine erhebliche Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen freuen. Der imposante Klinkerbau an der Bachstraße soll für 5,3 Millionen Euro saniert und modernisiert werden. Dabei wird endlich auch der Fluchtweg vom Dachgeschoss integriert, so dass die dort liegenden Räume wieder für den Unterricht und außerschulische Aktivitäten genutzt werden können. Zudem soll die Gebäudehülle selbst energetisch saniert werden, heißt es im Programm.

Der ursprüngliche Wunsch des Kreistages, haushaltsrelevant für zehn Jahre zu beschließen, ist aus Sicht der Verwaltung indes nicht machbar. Dafür wurden die Investitionen für den Zeitraum bis 2021 bereits vergangenen Donnerstag bei der Beschlussfassung zum Haushalt 2018 durchgeplant. Einschließlich einer Vielzahl von Änderungen – übrigens durchaus auch zugunsten der Schulen.

So zum Beispiel für die Grundschule „Am kleinen Weinberg“ in Bad Sulza. Hier soll schon im kommenden Jahr das Holzrondell auf dem Schulhof saniert werden. Zudem können der Speiseraum und die Ausgabeküche abgerissen und die Fußböden in Aula und Sporträumen saniert werden. Zudem sollen Klassenräume einen frischen Anstrich erhalten.

Auch die für die erst „frisch“ sanierte Grundschule am Schötener Grund gibt es Hoffnung. Die massiven Feuchteschäden sollen schon im Jahr 2018 saniert werden.