Kreis Gotha, Ilm-Kreis und Erfurter Ortsteile kooperieren bis 2020

Günthersleben-Wechmar. In fünf Jahren werden die meisten Urlaubsfotos mit privaten Drohnen geschossen. Und passend zur Region werde man sich in zehn Jahren die Wanderschuhe vom 3D-Drucker ausdrucken lassen.

Das Interesse an der regionalen Entwicklungsstrategie war groß. Foto: Peter Riecke

Foto: zgt

So lauteten zwei kühne Voraussagen, die Alexander Mayrhofer, aus Österreich stammender Leiter des Kompetenzzentrums Produktentwicklung/ Qualität/ Weiterbildung bei der Thüringer Tourismus GmbH, in seinem Impulsreferat in den Raum stellte.

Im großen Saal des Bürgerhauses Günthersleben-Wechmar war am Freitagabend eine große Runde aus Bürgermeistern, Gemeinderäten, Landwirten, Verwaltungs-Mitarbeitern und Angehörigen von Fachverbänden zusammen gekommen. Die Regionale Aktionsgemeinschaft Gotha — Ilm-Kreis — Erfurt (RAG) hatte zur Auftaktveranstaltung für die neue Förderperiode bis 2020 eingeladen (unsere Zeitung berichtete). In den Tagen zuvor waren noch zahlreiche Anmeldungen zusammen gekommen, so dass es letztlich 130 Engagierte waren, die ihre Ideen für ein Leitbild der Entwicklung des ländlichen Raumes einbringen wollten. Das waren deutlich mehr als zum Auftakt der vergangenen Förderperiode von 2008 bis 2014.

Darüber freute sich auch Heike Neugebauer von Zentralabteilung Planung der Thüringer Landgesellschaft. Diese Gesellschaft hatte die RAG bereits in der vergangenen Förderperiode begleitet und auch diesmal die Ausschreibung zur Erarbeitung des Konzeptes gewonnen.

Es sei eine gute Idee der Europäischen Kommission gewesen, einen Teil des EU-Agrarfonds in Projekte lenken zu wollen, die den ländlichen Raum langfristig lebenswert gestalten, brachte sie sinngemäß zum Ausdruck.

Nicht nur auf die Fördermittel blicken

Und sagte an anderer Stelle, es gehe primär um Ideenreichtum und Vernetzung. Die Fördermittel könnten dann der Katalysator sein und bewirken, dass Projekte schneller vollendet werden.

Zuvor hatte Helmut Marx, der erste Beigeordnete des Landkreises Gotha und stellvertretender RAG-Vorsitzende, die Gäste begrüßt und sich bei Frank Ritter, dem Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde, bedankt.

Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha (ALF) wird letztlich die Fördermittelbescheide für die jeweiligen Projekte erstellen. Dessen Leiter, Mathias Geßner, wünschte sich eine hochwertige Strategie, denn die 15 RAG, die es in Thüringen gibt, würden verglichen. Die hochwertigere Strategie bekomme mehr Geld. Rainer Zobel, RAG-Vorsitzender aus dem Ilm-Kreis, erinnerte an fast 200 gut umgesetzte Projekte der letzten Periode.

Nach der Pause wurde es dann konkret. Was gefällt Ihnen besonders in der Region? Was fehlt Ihnen in der Region? Das waren Fragen an großen Aufstellern, die sich schnell mit Anmerkungen füllten. Jürgen Seiring, Chef des Gothaer Schulverwaltungsamtes, war extra gekommen, um eine Ausstattung von vier Fünfteln aller Unterrichtsräume mit Funk-Internet in die Strategie schreiben zu lassen, denn mobile Geräte seien die Zukunft.

Die Radwege in der gesamten Region erhielten viel Lob, aber sie müssten untereinander besser vernetzt werden. Es gäbe zu viele Lücken, hieß es in einer anderen Arbeitsgruppe. Auch die Frage, ob es an den Wegen Ladestationen für Handys und für die Akkumulatoren elektrisch unterstützter Fahrräder geben könnte und wer sie betreiben würde, stand im Raum.

Die Förderrichtlinie für die integrierte ländliche Entwicklung sei in der Landesregierung noch in der Abstimmung, die Genehmigung komme vielleicht im Juni, vermutete ALF-Chef Geßner.

Um bis dahin schon ein schlüssiges Konzept zu haben, wird es drei weitere Arbeitsgruppen-Treffen geben: Am 26. März in Neuhaus am Rennsteig, am 9. April im Kleinfahner und am 23. April in Bösleben südlich von Erfurt.

! Anmeldung erneut unter h.neugebauer@thlg.de erwünscht

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