Künstliche Intelligenz in allen Lebensbereichen

Waltershausen  Waltershäuser Technologietag mit Referenten aus Deutschland und Österreich, Betriebsbesichtigung und Testfahrten

Reges Interesse fand der Betriebsrundgang bei Carlisle, hier mit Andreas Köllner.

Reges Interesse fand der Betriebsrundgang bei Carlisle, hier mit Andreas Köllner.

Foto: Peter Riecke

„Künstliche Intelligenz für Industrie, Sensoranwendungen und Dienstleistungen von morgen“ – so lautete der Titel des 5. Waltershäuser Technologietages, den in bewährter Weise Christian Döbel organisiert hat. Döbel ist im Landkreis Gotha Vorsitzender der FDP und an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach mit einer Vertretungsprofessur für Automatisierungs- und Regelungstechnik betraut.

Mit neun Fachvorträgen und Referenten aus Deutschland und Österreich steckte der Technologietag ein weites Themenspektrum ab. Schon im Verlauf der Begrüßung hatte Döbel unterstrichen, Künstliche Intelligenz (KI) sei kein neuer Hype, erste Bestrebungen habe es bereits im Zweiten Weltkrieg gegeben, doch heute gebe es die technischen Möglichkeiten dazu. Landrat Onno Eckert (SPD) unterstrich in seinem Grußwort, es sei nicht selbstverständlich, dass Foren dieser Qualität im ländlichen Raum präsentiert würden. Man stehe hier für den Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis.

Gastgeber der Technologietage sind auf hohem technologischem Niveau produzierende Waltershäuser Unternehmen. Diesmal war es die „Carlisle Construktion Materials GmbH“ in ihrem neuen, im Herbst 2018 eröffneten Produktionsgebäude mit integriertem Schulungszentrum. Betriebsleiter Marko Schwarzburg stellte den Spezialisten für extrem haltbare, einfach zu verbauende Flachdach-Abdichtungen vor und begleitete eine der beiden Gruppen zum Betriebsrundgang. Auch die Waltershäuser Firma Maxx-Solar, Hersteller und Installateur von Photovoltaik-Anlagen, half mit, den Tag abwechslungsreich zu gestalten. Sie bot Probefahrten mit rein elektrisch getriebenen Pkw an.

Gleich zu Beginn erörterte Konstanze Olschewski, Geschäftsführerin der Alpha Analytics UG & Co. KG aus Jena, ein praktisches Anwendungsbeispiel. Bei der Firma N3 am Erfurter Kreuz, die Flugzeugtriebwerke wartet, wird mit Hilfe Künstlicher Intelligenz der Prozess der Qualitätssteuerung von Reinigungsbädern optimiert.

Diplom-Ingenieur Wolfgang Freieisen von der Johannes- Kepp­ler-Universtät Linz, erörterte Grundverfahren des automatisierten Lernens, den Einfluss künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt und stellte die Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz des menschlichen Hirnes den weltweit leistungsfähigsten Computern gegenüber. Sein Fazit: KI ist nur bei sehr spezifischen Aufgaben überlegen und kann nur, worauf sie trainiert wurde. Der Abstand zum Menschen ist noch groß.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit dem Einsatz der KI für das sichere Management der immer stärkeren Schwankungen in Einspeisung und Verbrauch unterliegenden Stromnetze sowie Prognose- und Prozessoptimierung in diversen Branchen, Sensornetzwerken als Teil automatisierten und vernetzen Fahrens und der automatisierten Schadstellen-Erkennung und Bewertung für unterschiedliche Fahrbahnbeläge.

Die Güte des Programm-Codes (für selbstlernende Systeme) und der Einsatz künstlicher Intelligenz als Bankberater wurden thematisiert. Christian Döbel stellte ein von ihm entwickeltes selbstlernendes System in seiner Anwendung zur Maschinendiagnose vor.