Lennon-Abend im Eichsfeld

Beuren  Gelungene Hommage an das Gesamtkunstwerk John Lennon im Saal der Burg Scharfenstein.

Sänger und Gitarrist Volkwin Müller aus Detmold (rechts) ist seit drei Jahren mit Schauspieler Achim Amme aus Hamburg unterwegs. Foto: Lena Heling

Sänger und Gitarrist Volkwin Müller aus Detmold (rechts) ist seit drei Jahren mit Schauspieler Achim Amme aus Hamburg unterwegs. Foto: Lena Heling

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Die sanfte, warme Stimme erfüllt den Raum. Es fühlt sich an, als wäre man ihm ganz nah: John Lennon. Die Ikone des Pops, der Revolutionär, der nachdenkliche Vater und Ehemann. Achim Amme gibt ihm eine Stimme. Mit seinen Lesungen macht er das Leben John Lennons greifbar, verständlich. Und das seit nun schon drei Jahren. Am Samstagabend ist er zu Gast im Saal der Burg Scharfenstein, mit dabei Gitarrist und Sänger Volkwin Müller. Das Duo eröffnet die Reise durch Lennons letzte Lebensjahre.

Die hat Philip Norman in einer Biografie dokumentiert. „Es ist die beste Biografie über John Lennon“, erklärt Amme seine Auswahl. Mit Bedacht liest er Auszug für Auszug daraus vor. John Lennon, stets von Ehefrau Yoko Ono begleitet, meistert so manche schwere Lebensphase. Nach langer Zeit mit Alkohol- und Drogenexzessen schöpft er nicht zuletzt durch sie Mut. Gemeinsam stehen sie mehrere Fehlgeburten Onos durch, bis schließlich Shawn geboren wird. Ihm widmete John Lennon ein Lied.

„Beautiful Boy“ läuft über die Anlage. Amme hat sie aufgestellt. Einzelne Songs lässt er anklingen. Hin und wieder übersetzt er eine Zeile daraus. Immer endet das Lied abrupt. „Lennons Leben ist auch nicht langsam ausgeklungen“, begründet er. Sein Blick senkt sich wieder zum Manuskript.

Erschienen 2008 war das Buch Grundlage für Ammes erstes Programm. Er selbst war eigentlich immer Fan von George Harrison. „Der wurde irgendwie immer untergebuttert“, erinnert Amme an den Leadgitarristen der Beatles. „Volkwin hingegen war schon immer von John Lennon begeistert, er war jetzt erst in Liverpool.“ Volkwin Müller nickt zustimmend. Der in Detmold lebende Sänger und Gitarrist stellt seine Liebe zu Lennon gekonnt unter Beweis.

Gespannte Blicke ruhen auf der Gitarre, die er sich schwungvoll um den Hals hängt. „Strawberry Fields“ erklingt in einer angenehmen Variation. Müllers weiche Stimme und das ruhige, bestimmte Gitarrenspiel sorgen für Begeisterung. Sein Fuß wippt leicht und tippt dabei das Cajón an. Auch Amme setzt im Refrain ein. Gemeinsam inszenieren sie den Lennon-Song mit einer neuen Qualität.

Ihren ersten Auftritt hatten die beiden in einem Hamburger Hotel. Besonderen Aufschwung erlebte ihre Darbietung im letzten Jahr. Lennon wäre dann 75 Jahre alt geworden. Sein Schicksal und die Geschichten, die um sein Lebenswerk kursieren, erzählen – das ist den beiden sehr wichtig.

„Ich kenne das Eichsfeld, weil ich eine Zeit lang in Göttingen gelebt habe“, sagt Amme in der Pause. „Da dachte ich, es wäre schön, hier einen Lennon-Abend zu gestalten.“ Eine gelungene Idee.

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