Lustig schmetterte das Horn

Bad Berka  Trotz seiner Krankheit nahm Heinz Luger aus Kranichfeld gestern die Kulturnadel des Freistaats Thüringen entgegen

Die Kulturnadel des Freistaats Thüringen ließ sich Heinz Luger (71) von der Beigeordneten des Landrats, Christiane Schmidt-Rose, anheften. Der Kranichfelder Singekreis Rundadinella sorgte für den musikalischen Rahmen. Foto: Sabine Brandt

Die Kulturnadel des Freistaats Thüringen ließ sich Heinz Luger (71) von der Beigeordneten des Landrats, Christiane Schmidt-Rose, anheften. Der Kranichfelder Singekreis Rundadinella sorgte für den musikalischen Rahmen. Foto: Sabine Brandt

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Eigentlich hätte Heinz Luger die „Kulturnadel des Freistaats Thüringen“ schon vor vier Wochen verliehen werden sollen. Doch die Feier anlässlich der Auszeichnung in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt musste ohne den Musiker und Sänger, den Chorgründer und Kulturlandschaftsführer stattfinden.

Sie wurde gestern nachgeholt – nicht in Kranichfeld, seiner Heimatstadt, die Luger mit seiner Fröhlichkeit, seinen Liedern und mit seinem Enthusiasmus geprägt hat. Sondern in Bad Berka, wo er zur Zeit ein Zimmer in der Pflegeresidenz „Cordian“ bewohnt. Eine Krankheit hat ihn ausgebremst.

Der gestrige Tag dürfte Medizin für den 71-Jährigen gewesen sein: Der von ihm gegründete Singekreis Rundadinella gab ein Ständchen. Die Mitglieder des ebenfalls von Heinz Luger mitbegründeten Fördervereins Baumbachhaus Kranichfeld waren erschienen – nicht ohne eine gewaltige Torte mitzubringen. Kranichfelds Bürgermeister Enno Dörnfeld hielt eine Ansprache. Und statt aus der Hand des Kulturstaatssekretärs bekam Heinz Luger den Orden von Christiane Schmidt-Rose angeheftet.

Die Beigeordnete des Landrats darf er inzwischen als Teil seiner Fan-Gemeinde betrachten. Bevor sie ihn traf, habe sie keinen Schimmer gehabt vom Aktionsfeld eines Kulturlandschaftsführers. Das räumte Christiane Schmidt-Rose gestern ein. Bis Heinz Luger sie eines Tages mit auf eine seiner Touren nahm, auf denen er den Mitwanderern die Augen nicht nur für die Schönheit der Landschaft öffnet, sondern sie auch mit den Besonderheiten des Kulturraums und seinen Bewohnern – ehemaligen wie auch gegenwärtigen – vertraut macht. Immer am Mann: das Jagdhorn, die Hirtentrompete oder die Wanderklampfe.

Musik braucht der studierte Maschinenbauingenieur wie die Luft zum Atmen. Der Kranichfelder Singekreis musste also nicht auf die Stimme seines Gründungsmitglieds Heinz Luger verzichten, als gestern zur feier des Tages die Kranichfelder Hymne zum Besten gegeben wurde: „Hoch auf dem gelben Wagen“. Es gibt keinen, der das von Rudolf Baumbach gedichtete Wanderlied authentischer darbieten könnte als Heinz Luger.

Mindestens 500 Wanderungen hat er angeführt – beinahe an jedem Wochenende und mit bis zu 250 Wandervögeln im Gefolge. 2003 ließ Heinz Luger sich als einer der Ersten zum Kulturlandschaftsführer ausbilden – auch um „den Wert historischer Kulturlandschaften touristisch nutzbar“ machen zu können, wie es offiziell in der Begründung zur Verleihung der Thüringer Kulturnadel heißt.

Heinz Luger ist guter Dinge, bald wieder kleinere Runden gehen zu können. Und er hofft, bald noch einmal mit seiner Bühnenpartnerin Sylvia Oelke singen zu können. Zusammen bildeten sie das Gesangsduo „Heinz & Sylvia“.

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