Netzwerk mit Familienhebamme sorgt im Kyffhäuserkreis für mehr Kinderschutz

Kyffhäuserkreis  Bei Problemen in Familien mit kleinen Kindern bieten drei Mitarbeiterinnen vom Landkreis unkompliziert Hilfe an.

Im Netzwerk Frühe Hilfen wollen Koordinatorin Elke Schnabel (2. von links) und  die neue Familienhebamme  Nancy Vollmering (rechts) Familien unterstützen. Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) und Melanie Mechtold (2. von rechts)  vom Allgemeinen Sozialen Dienst  im Kyffhäuserkreis besuchten die Netzwerk-Büros in Artern.

Im Netzwerk Frühe Hilfen wollen Koordinatorin Elke Schnabel (2. von links) und  die neue Familienhebamme  Nancy Vollmering (rechts) Familien unterstützen. Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) und Melanie Mechtold (2. von rechts)  vom Allgemeinen Sozialen Dienst  im Kyffhäuserkreis besuchten die Netzwerk-Büros in Artern.

Foto: Timo Götz

Nancy Vollmering reicht Eltern eine helfende Hand, wenn der Alltag mit kleinen Kindern ihnen über den Kopf zu wachsen droht. Damit sich die betroffenen Mütter oder Väter nicht auch noch Stress mit Antragsformularen oder Amtsterminen antun müssen, reicht ein Anruf beim Netzwerk Frühe Hilfen im Kyffhäuserkreis, um dort Unterstützung zu finden. Seit 1. Mai gibt es dieses Angebot. Als erste Familienhebamme im Landkreis gibt Nancy Vollmering Familien mit Kindern im Alter bis zu drei Jahren Unterstützung, wenn die Betroffenen Probleme haben.

Dabei steht die ausgebildete Kinderkrankenschwester, die für ihre neue Tätigkeit eine spezielle Fortbildung zur Familienhebamme absolviert hat, nicht allein. Im Netzwerk Frühe Hilfen arbeitet sie mit Koordinatorin Elke Schnabel und der gezielt für den Kinderschutz qualifizierten Sozialarbeiterin Melanie Stracke zusammen. „Darü-ber hinaus können wir auf ganz unkompliziertem Weg weitere Angebote vermitteln, die im Kyffhäuserkreis bereits aufgebaut wurden, um junge Familien zu fördern und den Kindern bestmögliche Entwicklungsmög- lichkeiten zu geben“, erklärte Elke Schnabel. Oft scheuten Eltern, die eigentlich Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder brauchen, sich an die zuständigen Ämter zu wenden und aufwendige Anträge zu stellen. „Wir sind einfach erst mal da, wenn Hilfe nötig ist“, beschreibt die Koordinatorin das Anliegen des Teams für Frühe Hilfen.

Dabei nähmen sie auch Hinweise aus Kindergärten, von Kinderärzten oder aus dem Umfeld der betroffenen Familien zu möglichen Problemen jederzeit ganz unkompliziert auf. „Wir stellen unsere Arbeit jetzt in allen Einrichtungen vor, die mit Kindern zu tun haben. Dort wollen wir außerdem Projekte für den Kinderschutz anbieten und dabei auch die Mitarbeiter und möglichst viele Eltern einbinden, damit diese zukünftig frühzeitig erkennen können, wenn sich Probleme in den Familien oder bei der Entwicklung der Kinder andeuten“, erklärt die Koordinatorin weiter. „Überall, wo wir uns vorstellen, hinterlassen wir auch die Handynummern, unter denen wir jederzeit erreichbar sind“, fügt sie hinzu.

Damit die Mitarbeiter des Netzwerks Frühe Hilfen auch auf Dauer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sind sie beim Landkreis angestellt. Die Kosten dafür trägt der Bund zu einem großen Teil über die Bundesstiftung Frühe Hilfen. Aus deren Budget fließt seit 2018 Geld in den Kyffhäuserkreis. Ab jetzt sollen die Mittel über die Partner im Netzwerk und durch den niederschwelligen Einstieg für Betroffene über das neue Team effizienter eingesetzt werden, um Kindern und Familien mehr zu helfen als bisher. „Wir sind als Landkreis einmal mehr Vorreiter“, so Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD).

Ihr Büro haben die drei Netzwerk-Mitarbeiterinnen in der alten Volkshochschule in Artern eingerichtet. Die Tür stehe Hilfesuchenden immer offen, betont Elke Schnabel. Es werde bereits daran gearbeitet, demnächst in Sondershausen, Bad Frankenhausen und anderen größeren Orten Treffpunkte einzurichten, an denen sie oder ihre Mitarbeiterinnen regelmäßig persönlich erreichbar sind. „Grundsätzlich stehen wir aber sowieso mit den meisten sozialen und Kindereinrichtungen in allen Orten in Kontakt. Die Mitarbeiter dort teilen uns auf kurzem Weg mit, wenn sich jemand mit einem Problem an sie wendet“, zeigt Elke Schnabel Wege auf, Hilfe von ihrem Team zu bekommen.

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