Neue Hoffnungen im Widerstand gegen geplanten Funkmast in Erfurt

Erfurt. Stadtverwaltung bittet Vodafone, den Standort zu überdenken. Eltern starten Unterschriftenaktion im Kindergarten.

Ein Funkmast des Netzbetreibers Vodafone soll auf dieser Verkehrsinsel am Hugo-Preuß-Platz errichtet werden. Eltern des nahegelegenen Kindergartens (links zu sehen) möchten das verhindern. Foto: Marco Schmidt

Ein Funkmast des Netzbetreibers Vodafone soll auf dieser Verkehrsinsel am Hugo-Preuß-Platz errichtet werden. Eltern des nahegelegenen Kindergartens (links zu sehen) möchten das verhindern. Foto: Marco Schmidt

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Neue Hoffnung, dass der Vodafone-Sendemast am Hugo-Preuß-Platz nicht gebaut wird, haben Eltern der Kinder in der evangelischen Moritz-Kindertagesstätte. Familien hatten sich noch einmal persönlich an Oberbürgermeister Andreas Bausewein gewandt. Nun erhielten sie eine Antwort von ihm, dass die Stadt Kontakt zur Vodafone GmbH aufgenommen habe.

Vor dem Hintergrund, dass sich in unmittelbarer Nähe drei Kindergärten befinden, habe das Bauamt darum gebeten, zu prüfen, inwieweit dieser Standort zwingend erforderlich sei beziehungsweise inwieweit eine Alternative in Betracht käme, erklärt Inga Hettstedt, Pressesprecherin der Stadt. Sie betont, dass dies allerdings nur eine Bitte sein kann, da die Baugenehmigung seitens der Stadt bereits erteilt worden war.

Das Schreiben macht den Familien neuen Mut. Sie initiieren jetzt eine Unterschriftensammlung, hängen Listen im Kindergarten und im Supermarkt im Borntal aus. Kita-Leiterin Sabine Panse freut sich über den Enthusiasmus der Eltern. "Ich habe auch meine Kolleginnen gebeten, auf die Eltern zuzugehen und um eine Unterschrift zu bitten", sagt sie. Zudem könnten Anwohner auf Spaziergängen mit den Kindern angesprochen werden.

Die anderen beiden Kindergärten halten sich indes eher zurück. Eine Mutter wollte im städtischen Kindergarten die Liste aushängen, allerdings wurde ihr dies nicht erlaubt, weil der Aushang nicht von der Stadt kam.

Auch von der Arbeiterwohlfahrt, die den Kindergarten im Brühl betreibt, wird keine Unterstützung zu erwarten sein. "Wir gehen mal davon aus, dass keinerlei Gefahr besteht", hatte Awo-Sprecher Dirk Gersdorf auf Anfrage unserer Zeitung gesagt.

Baugenehmigung gibt es, Standort ist umstritten

Sabine Panse sieht das ein bisschen anders. "Unser Ziel ist es, den Funkmast zu verhindern. Es wäre schön, wenn er nicht gebaut werden würde", sagt die Kita-Leiterin. Sie steht auch in Kontakt mit Peter Stampf von den Freien Wählern, der im Bauausschuss sitzt. Er hatte sich an sie gewandt, nachdem er noch einmal seine Bedenken gegenüber der Bauverwaltung mitgeteilt hatte. Als er erfuhr, dass an Vodafone ein Brief verfasst wurde, griff er die Idee der Unterschriftensammlung auf. Eltern hatten dieses Vorhaben Ende März abgebrochen, da die Baugenehmigung bereits erteilt worden war. "Da ich aber nun sehe, dass wir vielleicht doch noch etwas erreichen können, gebe ich gern meine Unterstützung bei der Aktion", sagt Stampf.

Sicherlich sei dies nun alles eine Frage der Kulanz, aber vielleicht würde sich der Telefondienstleister doch umentscheiden und einen anderen Standort in Erfurt suchen. "Der Oberbürgermeister darf bei dieser ganzen Geschichte nicht aus der Verantwortung genommen werden. Er kann nicht sagen, dass er davon nichts gewusst habe", mahnt Stampf an.

Andreas Bausewein (SPD) war in den vergangenen Wochen von mehreren Familien kontaktiert worden, die sich bei ihm beschwerten. "Dass sich die Eltern Sorgen machen, ist nachvollziehbar", sagt der Oberbürgermeister. "Unser Einfluss hält sich aber in Grenzen, letztlich liegt die Entscheidung in der Hand von Vodafone." Er könne nur an das Unternehmen appellieren. "Es ist wünschenswert, dass hier am Hugo-Preuß-Platz kein Mast hinkommt", sagt Andreas Bausewein.

Bisher allerdings hat die Stadtverwaltung noch keine Antwort vom Telefondienstleister Vodafone erhalten.

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