Neue Kinderserie wird in Sickenberg gedreht

Sickenberg  Ein alter Bauernhof in Sickenberg wird für vier Wochen zur Filmkulisse.

Ein alter Bauernhof in Sickenberg wird für vier Wochen zur Filmkulisse."Felix macht Ferien" ist eine Neuproduktion aus dem Kindermedienland Thüringen. Für den Film wurde der Hof Sickenberg von Kristina Bauer ausgesucht. Foto: Eckhard Jüngel

Ein alter Bauernhof in Sickenberg wird für vier Wochen zur Filmkulisse."Felix macht Ferien" ist eine Neuproduktion aus dem Kindermedienland Thüringen. Für den Film wurde der Hof Sickenberg von Kristina Bauer ausgesucht. Foto: Eckhard Jüngel

Foto: zgt

In eine Filmkulisse hat sich der idyllische Hof Sickenberg verwandelt – von der Scheune, über den Garten bis hin in Kristina Bauers Küche. "Felix macht Ferien" wird gerade hier im Auftrag des Kinderkanals gedreht, eine Serie für Vorschulkinder. Der sechsjährige Junge macht Winterferien mit Opa Karl, einen "Jungs-Urlaub". Und der ist nicht nur spannend, sondern auch reich an Abenteuern, denn Felix erfährt viel von dem, was sein Großvater früher erlebt hat.

Vier Wochen ist die Filmcrew in Sickenberg. Und da ein zwölf- bis 20-köpfiges Team um Kristina Bauer herumwirbelt, befindet sich auch die Hofbesitzerin plötzlich in einer anderen Welt zwischen Kameras, Mikrofonen und Manuskripten. Ganz unerfahren ist sie jedoch nicht, denn mit dem MDR drehte sie selbst schon zu Gartenthemen, plauderte mit dem Hessischen Rundfunk über ihren Wallnusstag, und mit einer Ostertorte oder "Zicklein in Rotwein" begeisterte sie als Köchin die Zuschauer beim ZDF-Mittagsmagazin. Diesmal aber steht Kristina Bauer nicht vor der Kamera. Langeweile kommt trotzdem nicht auf, denn es geht turbulent auf dem Hof zu.

Wände durften nicht umgestrichen werden

Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Wahl-Sickenbergerin einen Anruf von einem Motivscout bekommen, der sich gern das Areal ansehen wollte. Der Hof wurde in Augenschein genommen, gefiel und irgendwann stand fest: Er ist der perfekte Ort für Opa Karl und Felix. "Der Hof passte zu den Bildern in unserem Köpfen. Die Landschaft ist toll, dazu die Weite, das hübsche Torhaus und der verwunschene Dachboden der Scheune – alles ist perfekt", sind sich Drehbuchautor Paul Markurt und Silvia Keil, die die Redaktion der Reihe inne hat, einig. Sie bereuen die Entscheidung keinesfalls.

Kristina Bauer freut sich. "Ich habe aber auch schnell klar gemacht, was in meinem Haus, das ja auch eine Pension hat, nicht geht", erzählt sie. "Zum Beispiel war ich dagegen, dass Wände umgestrichen werden. Und die Küche musste ich auch weiter nutzen", sagt sie. Von einem mitgebrachten Caterer hielt Kristina Bauer auch nichts. "Ich wollte keine Pizzakartons auf dem Hof, sondern dann lieber selbst die Verpflegung übernehmen. Es ist schließlich ein Biolandbetrieb. Und ich dachte, dass ich die Crew mit traditionellen Rezepten schon überzeugen kann." Die Hausherrin, die ihre Kochkünste schon mehrfach unter Beweis stellte und jede Menge Spaß am Kochen hat, überzeugt dieser Tage, und zwar nicht nur mit einem leckeren Frühstück und kleinen Pausensnacks, sondern auch mit Eichsfelder Wurst, Käse aus Schönhagen, Linsensuppe, Spinatlasagne und Rouladen mit Rotkohl. Und den Gästen scheint‘s zu schmecken. Da erinnert die Hausfrau auch gern den kleinen Blondschopf Piet Eckert, der aus der Nähe von Erfurt kommt und die Hauptrolle spielt, daran, dass er sein Leberwurstbrötchen noch aufessen muss, und Opa Karl, den Peter Rauch mimt, schenkt sie gern noch einen Kaffee ein. Samina, dargestellt von Sarah Bendjebla, die das Nachbarsmädchen verkörpert, wird freilich auch verwöhnt.

Etwas ungewohnt ist es für Kristina Bauer allerdings, wenn sie die Tür zum Aufenthaltsraum, der für die Pensionsgäste bestimmt ist, und dem Hofcafè öffnet. Denn hinter dieser steckt nicht mehr das eigentlich Erwartete. Jetzt ist die Gaststube Opas Wohnzimmer – und sieht auch so aus. An den Fenstern hängen andere Gardinen. Es gibt Sofakissen, alte Lampen. Die Bilder wurden ausgetauscht. Eine Anrichte ist vollkommen zugestellt mit Nippes und porzellanähnlichen Figuren, die Hunde, Hirsche und noch mehr Getier darstellen. "Nur die alten Holzpferde, die von meinem Vater stammen, sind geblieben", sagt Kristina Bauer und schmunzelt.

Die Deko ist eine völlig andere geworden und hat nun das Flair eines Großeltern-Wohnzimmers. Damit alles perfekt aussieht, hat die Hofbesitzerin die Dekorateurin eigens zu einer Haushaltsauflösung ins hessische Witzenhausen geschickt.

Sie selbst machte von ihren Zimmern Fotos. "Ich will hinterher alles schließlich wieder so haben, wie es war", meint die Hofbesitzerin.

Auch in der Küche hängen an einer Pinnwand jetzt ganz andere Fotos, solche, die die Schauspieler als Familie zeigen. Während sich Kristina Bauer mit dem neuen Bild arrangieren kann, ist Enkeltochter Ida wenig davon angetan, wie Omas Küche jetzt aussieht. Mit den gelb-braunen gehäkelten Topflappen in Kleidform kann sie sich so gar nicht anfreunden. In einer Szene, als Waffeln gebacken werden, könnten sie aber gebraucht werden.

Andere Szenen mit Kaninchen, Vogelhäuschen, Ritterspielen oder Angeln am Hochsee in Bad Sooden-Allendorf dürften der Neunjährigen eher gefallen. Und dann ist da noch eine Geschichte mit einer Maus, die in der Küche gefangen wird. Das Tier ist echt, kam aber mit einem Trainer. Und zur Sicherheit wurden noch zwei weitere trainierte Artgenossen mitgebracht. "Ich habe auch alle meine Mausefallen weggeräumt", sagt Kristina Bauer. Sie ist nun gespannt auf die kommenden Drehtage und die Abenteuer, die sie erleben wird.

"Felix macht Ferien" wird im Herbst dieses Jahres ausgestrahlt, und zwar innerhalb der Vorschulstrecke KiKANiNCHEN

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.