Neue Poller als Überraschung am August-Frölich-Platz

Weimar  Die Fläche vor der katholischen Kirche soll nicht mehr als Parkplatz genutzt werden. Keine Information der Stadt      

Auto gibt es nur noch vor, nicht mehr auf dem Platz an der Kirche. Foto: Michael Baar

Auto gibt es nur noch vor, nicht mehr auf dem Platz an der Kirche. Foto: Michael Baar

Foto: zgt

Applaus und lange Gesichter hat der Kommunalservice vor der Herz-Jesu-Kirche verursacht. Denn die Mannen vom Betriebshof haben die unbefestigte Fläche auf dem August-Frölich-Platz, unmittelbar vor dem Kirchenportal, hergerichtet und mit Pollern umstellt. Damit ist aus dem Parkplatz plötzlich ein leerer geworden.

Tatsächlich schaffen die Maßnahmen freien Blick auf das nicht ganz gewöhnliche Gotteshaus. Bei den bisherigen Parkplatznutzern aber schafft das Probleme. „Die Parkplatzsituation in Weimar ist ohnehin miserabel“, schreibt ein Leser. „Jetzt muss ich 20 Minuten nach einer Lücke suchen. Und unsere Patienten auch.“

Die Kirchgemeinde wollte die Autos loswerden, heißt es vor Ort. Auf Anfrage der Redaktion bestätigt Pfarrer Timo Gothe: „Wir haben auf den Zustand hingewiesen. Aber die Fläche ist eine öffentliche der Stadt. Veranlassen können wir gar nichts.“ Auch den Zeitpunkt sowie die Art und den Umfang der Arbeiten habe die Herz-Jesu-Gemeinde nicht beeinflusst.

Die Gemeinde habe, so berichtet Pfarrer Gothe, einen Vergleich zu dem Aufwand gezogen, den die Stadt an der Herderkirche für einen autofreien Platz betrieb. Ein wenig davon sei doch auch an der katholischen Pfarrkirche angemessen, findet er. Und fand Gehör. Er macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem Ergebnis zufrieden ist. Für besondere Anlässe sei die Fläche noch befahrbar, nicht aber für den Alltagsverkehr.

Verkehrsrechtlich hat sich am August-Frölich-Platz nichts geändert. Deshalb gab es auch keine Vorabinformation aus der Verkehrsbehörde. Der Kommunalservice sieht sich dagegen nur als Ausführender.

Nicht klar ist, ob nun das Rathaus Ersatz für die wegfallenden Stellplätze schafft, deren Nutzer nach vielen Jahren der Duldung zumindest auf ein Gewohnheitsrecht verweisen könnten.