Neue Zufahrt für Grundschule in Bad Berka

Bad Berka  Bad Berkaer und Kreis denken über Grundstückszukauf und Erschließung von der Tiefengrubener Straße her nach

Die rote Linie im linken Bildteil markiert den Verlauf der Straße, die künftig den Neubau der Bad Berkaer Grundschule von der Tiefengrubener Straße aus erschließen könnte. Für deren Bau ist aber der Kauf weiterer Flächen nötig.

Die rote Linie im linken Bildteil markiert den Verlauf der Straße, die künftig den Neubau der Bad Berkaer Grundschule von der Tiefengrubener Straße aus erschließen könnte. Für deren Bau ist aber der Kauf weiterer Flächen nötig.

Foto: zgt

Eine neue Variante, um Bad Berkas geplanten Grundschulneubau ans städtische Straßennetz anzubinden, will Bürgermeister Michael Jahn (CDU) am kommenden Montag im Stadtrat ins Spiel bringen. In Gesprächen mit dem Landkreis als Bauherren der Schule kristallisierte sich die Idee heraus, von der Tiefengrubener Straße her eine neue Trasse anzulegen, die direkt bis zum Neubau führt.

Hinter den Kleingärten, dort wo der Radweg nach Tiefengruben beginnt, solle die Straße bergauf dem jetzigen Tiefengrubener Weg folgen, oben zur Schule hin abknicken und den Komplex damit von jener Seite aus erschließen, die dem Siedlerweg abgewandt ist.

Die bisherige Planung hatte sich noch daran orientiert, den Siedlerweg selbst zur Erschließung zu nutzen. Auf Höhe der künftigen Schule sollte demnach an der schmalen Straße eine Wendeschleife entstehen, die es Rettungsfahrzeugen erlaubt, die Grundschule von der Tiefengrubener Straße her zu erreichen und sie auch wieder in diese Richtung zu verlassen.

Eltern, die ihre Kinder mit dem Pkw bringen und wieder holen, sollte die Zufahrt hier hingegen untersagt werden. Das für sie vorgesehene Szenario lautete, sie bis in die Johann-Scholz- oder die Bergstraße fahren zu lassen und das letzte Stück zu Fuß zu bewältigen.

An diese Umsicht mochten die dortigen Anwohner jedoch nicht so recht glauben. Mehrfach machten sie gegenüber der Stadt ihre Befürchtung deutlich, dass die Eltern in Zukunft wohl eher versuchen würden, ihre Kinder möglichst nah bis an die Schule heranzufahren und dabei morgens und nachmittags ein Verkehrschaos im Wohngebiet am unteren Siedlerweg und an der Bad Dürkheimer Straße herauf beschwören.

Die neue Variante trägt diesen Bedenken Rechnung und kann womöglich umgehen, dass auf Veranlassung der betroffenen Anlieger ein Normenkontroll-Verfahren gegen den Bebauungsplan eingeleitet wird. Michael Jahn will mit dieser Idee allerdings noch mehr erreichen. Das Grundstück für den Schulneubau entspreche bislang lediglich Mindestmaßen. Durch den Zukauf von weiteren 5000 Quadratmetern Land sei es möglich, außer der Straße einen Parkplatz direkt an der Schule anzulegen, den dann auch Eltern mit ihren Pkw nutzen könnten.

Nicht zuletzt fördere das die Stadtentwicklung über den Siedlerweg hinaus. Die Bad Dürkheimer Straße werde nicht zusätzlich belastet und die Bergstraße, die zum Gymnasium führt, sogar entlastet. Werden dort bisher Schüler ab Klasse 3 gebracht und geholt, sind die Jüngsten, die nach dem Umzug des Grundschulteils hier noch aus- und einsteigen, Fünftklässler.

Ein Nachteil bringt diese Art der Erschließung dennoch mit sich. Auf der ohnehin viel befahrenen Tiefengrubener Straße wird der Verkehr dann noch dichter. Abhilfe schaffe aber die zweite Klinikzufahrt, deren Bau weiterhin Thema für die Stadt ist.

Beschlossene Sache ist der Straßenbau am Tiefengrubener Weg freilich noch nicht. Einerseits müsse die Stadt die Eigentümer der benötigten Grundstücke zum Verkauf bewegen – und das zum akzeptablen Preis. Angeschrieben wurden sie bereits. Andererseits müsse der Bebauungsplan für den Siedlerweg geändert werden. Und schließlich habe die Stadt damit auch Mehrkosten zu stemmen. All das benötigt natürlich auch die Zustimmung des Stadtrates.

Um den avisierten Zeitplan einzuhalten, ist dem Kreis daran gelegen, die Erschließung noch bis zum Jahresende zusammen mit dem Schulbau auszuschreiben. Das Gesamtpaket soll in die Hände eines Generalunternehmens gegeben werden.

Für den Fall, dass die neue Variante nicht zustande kommt, gebe es mit dem bestehenden Bebauungsplan und der Erschließung über den Siedlerweg immer noch einen funktionierenden Plan B, so Jahn.