Nichts Neues von der Atombombe im Jonastal

Arnstadt (Ilm-Kreis). Geophysiker, Landesregierung und Thüringer Landesverwaltungsamt prüfen und Arnstadts Ordnungsamt wartet.

Ralf Ehmann aus Gotha hatte im Frühjahr die Sache mit den angeblich unterirdisch lagernden Atombomben am Hamster im Jonastal ins Rollen gebracht. Foto: Michael Keller

Ralf Ehmann aus Gotha hatte im Frühjahr die Sache mit den angeblich unterirdisch lagernden Atombomben am Hamster im Jonastal ins Rollen gebracht. Foto: Michael Keller

Foto: zgt

Der angebliche Atombombenfund vom Jonastal (TA vom 5. Mai) hatte anfangs viel Staub aufgewirbelt. Man erging sich in Vermutungen, Dementis. Passiert ist seitdem nichts Erwähnenswertes.

Spricht man Arnstadts Ordnungsamtsleiter Jörg Baumann darauf an, zieht der hörbar die Luft ein und rollt vieldeutig mit den Augen. Soll heißen: bleibt mir mit dem Unfug vom Halse. Gerade jetzt, wo man im Rathaus von Arnstadt nicht von personellem Überangebot reden kann.

Baumann packt es versuchsdiplomatisch in den Satz: "Wir gehen zu 99 Prozent davon aus, dass die Ernsthaftigkeit der Unterlagen anzuzweifeln ist".

Hinter dem etwas verklausulierten Vortrag lugt die deutliche Aussage "Alles Quatsch" hervor. Denn die Zweifel, ob die drei Hobbyforscher Ehmann, Bögenholt und Johr richtig liegen mit ihrer Theorie und den Messdiagrammen, sind groß.

Man habe, lässt sich Baumann dann entlocken, bei Geophysikern in Ilmenau und Chemnitz angefragt, ob sie einmal einen Blick auf das werfen könnten, was da durch das Historiker-Dreigestirn vor circa drei Wochen an bislang nicht nachprüfbaren Dokumenten vorgelegt wurde. "Erst wenn sich dabei etwas herausstellt, werden sie auch in die Tiefe gehen", so der Chef des Ordnungsamtes.

Die gewagte Theorie beschäftigt in der Zwischenzeit auch die Landesregierung. Zum einen hat Frank Kuschel, der multifunktionelle Linke, eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Zum anderen hat Ralf Ehmann, einer aus dem Forschertrio, die Landesregierung informiert. "Die Sache", sagt Baumann, liege nun beim Bürgerbeauftragten in Erfurt und werde früher oder später wieder auf seinem Schreibtisch landen.

Der Kreislauf gehe so: vom Bürgerbeauftragten wandert der Vorgang zum Landesverwaltungsamt, von dort zum Ordnungsamt des Ilm-Kreises, und von dort ist der Weg zur Stadtverwaltung nicht mehr weit. "Ich bin gespannt, was dann bei uns ankommt", sagt Jörg Baumann. Er rechne damit, dass sich alles in Luft auflöse.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.