Nordhäuser Professor baut kleine pfiffige Fluggeräte

Nordhausen. Klaus-Peter Neitzke ist ein echter Tüftler. Der Nordhäuser Professor für Automatisierungssysteme baut kleine Flugroboter, sogenannte Quadrokopter. Diese werden durch vier Motoren angetrieben, fliegen mit vier Propellern und haben so liebevollen Namen wie "Ninja" oder "Wanze".

Klaus-Peter Neitzke ist ein echter Tüftler. Der Nordhäuser Professor für Automatisierungssysteme baut kleine Flugroboter, sogenannte Quadrokopter. Foto: Roland Obst

Klaus-Peter Neitzke ist ein echter Tüftler. Der Nordhäuser Professor für Automatisierungssysteme baut kleine Flugroboter, sogenannte Quadrokopter. Foto: Roland Obst

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Alles fing vor 22 Jahren in Nordhausen an, als er noch Student war. "Ich habe damals in einer tschechischen Zeitung einen Artikel über den Bau eines Flugkörpers mit vier Motoren in Japan gelesen. Das war mein Schlüsselerlebnis, seitdem war klar: Das wollte ich auch bauen", sagt der 46-Jährige. Seine ersten Versuche scheiterten. "Warum klappt das nicht, habe ich mich immer wieder gefragt", blickt er zurück. Das Problem war die fehlende Stabilität. Mit der Jahrtausendwende kam auch die Wende im Quadrokopterbau. "Durch die Verkleinerung der Elektronik und der Mikrochips gelang der Durchbruch. Denn ich brauche einen Rechner, um das Fluggerät zu stabilisieren", erläutert er.

"Ab 2005 hat es dann auch bei meinen Maschinen funktioniert." Damals arbeitete Neitzke in Bremen als Entwicklungs­ingenieur bei Airbus. Er wurde Mitglied in der "Akaflieg Bremen", einem Verein für Modellflieger. "Ab 2007 nahm ich mit meinen Modellen auch an internationalen Wettbewerben für Mikrofluggeräte teil", verrät er. Ab 2008 kamen die ersten Erfolge. Beim letztjährigen Wettbewerb in Braunschweig holte er mit seinem Vereinspartner zwei erste, einen zweiten sowie dritten Platz und gewann die Indoor-Gesamtwertung. "Dabei gibt es verschiedene Kategorien wie Geschicklichkeit, Slalom und Flugweite", erklärt Neitzke.

Seine kleinen Fluggeräte können eine ganze Menge. Sie sind bis zu 50 km/h schnell und können bis zu 30 Minuten fliegen. "Ich kann zum Beispiel eine Videobrille aufziehen und mit der Flugkamera verfolgen, was eine Etage tiefer passiert", berichtet er mit Begeisterung. Erst kürzlich hat er Aufnahmen bei einem Überflug vom Nordhäuser Campusgelände gemacht, die in einem Kurzfilm auf der FH-Internetseite zu sehen sind.

Solaranlagen können kontrolliert werden

Einsatzfelder für die Fluggeräte sind zum Beispiel Überwachung und Kontrolle von Solaranlagen oder das Messen von Winden für Windkrafträder. "Hier an der Fachhochschule geht es in erster Linie um die regenerative Energietechnik, in der meine Fluggeräte zum Einsatz kommen", so Neitzke.

"Das Schöne ist, dass ich mein Hobby auch für den Beruf verwenden kann. So nehme ich meine Quadrokopter mit in die Vorlesungen und zeige meinen Studenten Flugvorführungen", sagt der Professor, der erst seit März dieses Jahres an der Fachhochschule lehrt.

Dabei gehe es nicht nur um den Spaßfaktor. "Im Bereich der Steuerungs- und Regeltechnik kann ich anhand der Quadrokopter auch eine Fehleranalyse betreiben", erläutert der Nordhäuser. Er sei darüber hinaus neugierig auf die Ideen der jungen Leute in seinen Vorlesungen. "Ich bin auf der Suche danach, was man noch alles mit den Fluggeräten anstellen kann", ist er noch lange nicht am Ende des Tüftelns und Probierens angekommen.