Nordhausen: Archive, Museen und Bibliothek gründen Bund für Notfälle

Nordhausen. Um wertvolle Ar-chivgüter im Südharz besser bei Katastrophen zu schützen, werden die Nordhäuser Museen Tabakspeicher, Flohburg, die Traditionsbrennerei, die Stiftung Gedenkstätte Dora, das Kreiskirchenarchiv in Niedergebra, das Kunsthaus der Kreisstadt, Kreis- und Stadtarchiv am 16. Juli einen Notfallverbund gründen. Das bestätigte Stadtarchivar Wolfram Theilemann auf Anfrage unserer Zeitung. Er ist auch der Ideengeber.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mit dem aktuellen Hochwasser hat die Sache eigentlich nichts zu tun. Doch zeige die Situation, wie wichtig es sei, die alten Bestände zu sichern. Aktuell mache jeder sein Ding. Natürlich habe die Feuerwehr Notfallpläne für die Stadt, doch die berücksichtigten nicht unbedingt die Bedürfnisse eines Archivs. "Wenn aber die Feuerwehr weiß, dass dieser Bereich die wichtigsten Schriftstücke aus der Geschichte der Stadt enthält, dann wird man sich genau überlegen, was im Brandfall getan werden muss."

Seit Anfang des Jahrtausends sind solche Überlegungen in vielen Städten aufgekommen. "Spätestens der Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek und der Einsturz des Kölner Stadtarchivs haben gezeigt, wie wichtig Vorsorge ist, um Folgeschäden einer Katastrophe besser händeln zu können", meint Theilemann. In Weimar gibt es nun einen solchen Notfallverbund, in Gotha ist er angeschoben.

Die Initiative hatte Wolfram Theilemann, der neue Stadtarchivar in Nordhausen, schon im August ergriffen. Die Notfallplanung umfasst sowohl die Prävention möglicher Krisensituationen als auch die Vorbereitung angemessener Bergungsmaßnahmen nach Eintritt einer Katastrophe. Eine gute Planung und Organisation, eingeübte Mitarbeiter und gemeinsame Übungen mit der ortsansässigen Feuerwehr oder dem Katastrophenschutz erleichtern die schnelle Hilfe vor Ort. All das soll nach der Gründung angeschoben werden.

Dabei kann sich Theilemann künftig noch weitere Partner vorstellen, etwa die Fachhochschule, das IFA-Museum oder das Krankenhaus, das ebenfalls einen beträchtlichen Archivbestand besitzt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.