Ob Schaf, Gecko oder Katze in Not: Die Berufsfeuerwehr Eisenach rückt aus

Eisenach. Die Männer der Berufsfeuerwehr Eisenach retten nicht nur Menschenleben, sondern befreien jährlich auch eine Vielzahl von Tieren aus misslichen Lagen. Die Einsätze sind so vielfältig, wie die Tierarten verschieden sind.

Michael Bollmann-Schelle in der Eisenacher Feuerwache mit der Bienenkiste und einem Schutzanzug. Die städtische Berufsfeuerwehr ist für vielfältige Rettungsaktionen ausgestattet. Foto: Heiko Kleinschmidt

Michael Bollmann-Schelle in der Eisenacher Feuerwache mit der Bienenkiste und einem Schutzanzug. Die städtische Berufsfeuerwehr ist für vielfältige Rettungsaktionen ausgestattet. Foto: Heiko Kleinschmidt

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Allein in diesem Jahr sind bis jetzt 57 Tiere von den Wehrleuten eingefangen worden. Gecko, Mauersegler oder Blindschleiche seien Beispiele, sagte Stadtsprecherin Janina Walter. Erst am Mittwoch in der vergangenen Woche rückte die Berufsfeuerwehr nach Neukirchen aus, weil in der Dorfkirche eine Schleiereule festsaß, die vermutlich vom Kirchturm gefallen war und nicht mehr fliegen konnte. Sie kam zu einer Falknerei.

Doch wie ist die Feuerwehr eigentlich für die Tierrettungen gerüstet? Je nach Herkunft des Tieres gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Bei Wildtieren sei, so Walter, im Regelfall der zuständige Jagdpächter gefragt. Dies allerdings funktioniere nicht, wenn Rehe, Füchse oder eben Wildschweine durchs Stadtzentrum marschieren.

Spezielle Ausrüstung für Tierrettungen

Für ihre Éinsätze hat die Berufswehr ein sogenanntes Kleinalarmfahrzeug sowie verschiedene Transportboxen. Es gibt Kescher und Fallschlingen. Und Schutzkleidung, wie einen Beißarm, einen Schutzanzug oder extrastarke Lederhandschuhe.

Erst vor Kurzem haben die Beamten Schafe aus einer misslichen Lage befreit. Ein Mutterschaf, ein Lamm und zwei Böcke waren auf der Stadtautobahn zwischen Eisenach-West und -Mitte gelandet. Es wurde gar die mehrspurige Strecke gesperrt. Alle vier Tiere wurden gerettet, weiß Walter.

Aufregend war im Juni 2013 die Rettung des Katzenwinzlings "Glöckchen". Die junge Katze war durch ein Regenrohr in der Grimmelsgasse in die dortige Kanalisation gefallen und fand allein nicht mehr heraus. Mehr als zwei Tage dauerte die Rettung, bevor "Glöckchen" am Ende noch in die behandschuhten Hände von Oberbrandmeister Riccardo Hunstock lief.

Glück hatte in diesem Jahr eine zehnköpfige Entenfamilie, die sich nahe der Lutherstraße verlaufen hatte, von der Feuerwehr eingefangen und in der Hörsel wieder ausgesetzt wurde. Ein Gecko wurde von der Werksfeuerwehr von Opel übernommen und an ein Zoogeschäft weitergegeben. Vermutlich war er in einer Transportkiste ins Werk gekommen. Auch eine Taube, die auf einer Terrasse gelandet war, um sich auszuruhen, ist eingefangen worden.

Nicht berechtigt sind die Beamten der Berufsfeuerwehr, Tiere zu betäuben. Das ist Sache der Mediziner. Verletzte Tiere werden in Absprache mit dem Tierheim zum Tierarzt gebracht. Tote Haustiere werden im Tierheim in einer dafür vorgesehenen Box abgegeben. Das Tierheim kümmert sich dann um die weiteren Schritte. Bei lebenden Vögeln und exotischen Tieren werde, so Walter, je nach Herkunft versucht, diese bei Züchtern unterzubringen.

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