Personaldienstleister sieht sich als Integrationshelfer

Erfurt  Für Beschäftigte aus 32 Nationen kann Zeitarbeit das Sprungbrett zu einer Festanstellung sein

Die 24-jährige Mazichen Hussein aus Syrien hat bei der GeAT ihre Ausbildung begonnen. Foto: GeAT AG

Die 24-jährige Mazichen Hussein aus Syrien hat bei der GeAT ihre Ausbildung begonnen. Foto: GeAT AG

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153 Mitarbeiter aus 32 Nationen sind beim Erfurter Personaldienstleister GeAT AG beschäftigt. Das Unternehmen sieht sich daher selbst als „Integrationsarbeitgeber“. Piotr Kwapich, Danuta Krol und Marek Inforowiz zählen zu den Arbeitnehmern, die kürzlich verabschiedet wurden, weil sie das Kundenunternehmen übernahm. Alle kommen aus Polen und haben über die Fachowcy Firmy Meyer Sp. z o.o. ihre Arbeitsstelle bei der GeAT AG in Deutschland gefunden.

Eigens für ausländische Arbeitskräfte hat der Personaldienstleister eine Willkommenszentrale eingerichtet. Es werden nicht nur polnische Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt mit dem im polnischen Breslau ansässigen Schwesterunternehmen gewonnen, sondern auch gezielt arbeitswillige Menschen aus anderen Ländern sowie Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gebracht. „Die Akzeptanz der Thüringer Wirtschaft in Bezug auf den Einsatz ausländischer Arbeits- und Fachkräfte steigt, wenn diese umfänglich betreut werden“, sagt Vorstandssprecher Helmut Meyer.

Als nach eigenen Angaben einziger aktiver Prädikatsträger der sozialverträglichen und integrativen Arbeitnehmerüberlassung habe die GeAT AG in den vergangenen 21 Jahren mehr als 30 700 Menschen in Arbeit gebracht, wovon etwa 45 Prozent vom Kundenunternehmen übernommen wurden.

Dies zeige, dass die Zeitarbeit ein Sprungbrett für viele Arbeitssuchende in das Berufsleben ist, wie das Unternehmen mitteilt. Gerade die Herausforderungen des Fachkräftemangels machten es unabdingbar, vor allem ausländische Arbeitskräfte schnellstmöglich, aber umfassend im Thüringer Arbeitsmarkt zu integrieren.

Da dies für den Großteil der Unternehmen neben dem Kerngeschäft offenbar kaum zu leisten sei, hat sich die GeAT darauf ausgerichtet, diesen Engpass zu schließen.

Der Thüringer Personal- und Firmendienstleister hat kürzlich selbst einen Ausbildungsvertrag mit der 24-jährigen Mazichen Hussein aus Syrien abgeschlossen. Nach ihrem erfolgreich absolvierten Praktikum hat sie nun die Chance bekommen, eine Ausbildung als Kauffrau für Büromanagement zu machen.

„Es ist eine Win-Win-Situation. Frau Hussein hat die Möglichkeit einer beruflichen Zukunft und damit die Chance auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Wir haben im Gegenzug eine engagierte und motivierte neue Mitarbeiterin gewonnen, die wiederum Kontakte zu ausländischen Arbeitssuchenden herstellen kann“, freut sich Helmut Meyer. Damit gehe die GeAT AG mit bestem Beispiel voran und zeige, wie Integration funktionieren kann und zukünftig auch ausgestaltet werden muss, so der Vorstandssprecher des Personaldienstleisters.