Pläne zu Schließzeiten in Ilmenau rufen Protest von Eltern hervor

Ilmenau  Im Internet wurde bereits eine Petition gestartet: Kindergärten sollten für das gesamte Jahr im Stadtgebiet geöffnet bleiben

Archivoto: Monika Skolimowska / dpa

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Das Vorhaben der Ilmenauer Verwaltung, einheitlich geregelte Schließzeiten für alle kommunalen Kindergärten im durch die Gebietsreform vergrößerten Stadtgebiet einführen zu wollen, stößt auf massiven Protest von Eltern. Vor allem jene Mütter und Väter sehen sich benachteiligt, in deren Orten vor der Eingemeindung keine betriebsbedingten Schließzeiten existierten. Inzwischen haben Elternvertreter eine Petition im Internet gestartet.

Während Einrichtungen im alten Ilmenauer Stadtgebiet für die Dauer von bis zu drei Wochen ihre Türen schließen, gibt es in den Tagesstätten von Gehren und Möhrenbach bislang keine Schließzeiten. In Gräfinau-Angstedt ist die Regelung von zwei Wochen eher eine Kann-Bestimmung, die nach Einschätzung von Eltern nur selten und wenn, dann nicht in vollem Umfang ausgeschöpft wurde. Lediglich in Langewiesen existiert eine gesetzte jährliche Schließzeit von zwei Wochen. Freie Träger von Kindergärten in Ilmenau, wie die Lebenshilfe oder die Arbeiterwohlfahrt, verzichteten hingegen bisher auf eine Auszeit bei der Kinderbetreuung. Doch nun, nach der Gebietsreform, sollen sämtliche Satzungen vereinheitlicht werden – und dazu zählt auch eine gemeinsame Regelung zur Schließzeit. Wie Ilmenaus Stadtbeauftragter Gerd-Michael Seeber (CDU) vergangene Woche auf Anfrage von Stadtratsmitglied Daniel Schultheiß (Pro Bockwurst) mitteilte, beabsichtige die Stadt, an den Schließzeiten festzuhalten. „Das zuständige Amt sieht darin die Möglichkeit, Personal zu optimieren und zu renovieren“, erklärte er. „Ich persönlich mache den Vorschlag, künftig alle Schließzeiten – auch die der freien Träger – aufeinander abzustimmen“, fügte er hinzu. Da der entsprechende Zeitraum bereits ein Jahr im Vorfeld angekündigt werde, sei es den Eltern möglich, rechtzeitig bei ihrer Urlaubsplanung darauf zu reagieren, so Seeber. Wo keine Betreuung für Kinder gewährleistet sei, würden andere Einrichtungen einspringen.

Doch viele Eltern wehren sich gegen die – aus ihrer Sicht – Bevormundung. Das Vorhaben karikiere die Bemühungen auch des Landes Thüringen, bessere Bedingungen bei der Kinderbetreuung zu schaffen, heißt es in den Kommentaren der Petition im Internet, die am 4. Oktober gestartet wurde. Mit Stand von Dienstagnachmittag beteiligten sich daran bereits 638 Unterstützer. Das Positionspapier soll nach Ablauf der Unterschriftensammlung in gut zwei Wochen dem Ilmenauer Stadtrat vorgelegt werden. Eine zentrale Forderung ist die generelle Abschaffung der Schließzeiten für das gesamte Stadtgebiet inklusive der Ortsteile.

Hier geht es zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/abschaffung-der-schliesszeiten-in-den-kindergaerten-der-stadt-ilmenau

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