Potenzielle Bauherren planen Parkdeck an der Defensionskaserne

Erfurt. Die potenziellen Käufer der Defensionskaserne auf dem Petersberg wollen ein Parkdeck an der Nordseite der Kaserne errichten.

An der Nordseite der Defensionskaserne soll nach Vorstellungen von Parität und Landesmedienanstalt ein Parkdeck entstehen. Foto: Holger Wetzel

An der Nordseite der Defensionskaserne soll nach Vorstellungen von Parität und Landesmedienanstalt ein Parkdeck entstehen. Foto: Holger Wetzel

Foto: zgt

Die Anlage mit 80 bis 100 Stellplätzen ist ein Ergebnis aus einer Machbarkeitsstudie und soll Teil einer Bauvoranfrage werden, die im nächsten Schritt des Planungsprozesses bei der Stadt eingereicht wird.

Derzeit werten die Parität und die Landesmedienanstalt (TLM) die Machbarkeitsstudie zur Defensionskaserne aus, die seit wenigen Tagen vorliegt. "Die Studie sagt, was möglich ist und was der Umbau kosten würde", sagte gestern Paritäts-Sprecher Stefan Werner. "Wir prüfen nun, ob der Umbau realisierbar ist."

Der Stadtrat hatte im April 2014 beschlossen, dass Parität und TLM das historische Kasernengebäude erwerben dürfen. Die Organisationen wollen die Kaserne zu einem Verwaltungsgebäude mit öffentlichen Nutzungen und einem spektakulären Glasaufbau umbauen.

Bauherren müssen Stellplätze nachweisen

Die Frage nötiger Stellplätze wurde bei der Stadtrats-Entscheidung noch ausgeklammert. Doch stand stets im Raum, dass die potenziellen Bauherren bei ihrem Vorhaben Stellplätze nachweisen müssen. Das Parkdeck an der vom Domplatz aus gesehen hinteren Kasernenseite zeigt nun eine Lösung auf.

Nicht zuletzt durch das Parkdeck haben sich die Kosten erhöht. Statt der ursprünglich geplanten 14 Millionen Euro könnte der Kasernenumbau nun bis zu 17 Millionen Euro kosten.

"Die Kosten sind höher als ursprünglich gedacht", bestätigt Kirsten Kramer, die Vize-Direktorin der TLM. Die TLM sei nun dabei, die Fördermöglichkeiten zu ergründen. Auch die Parität prüft, ob neben Eigenmitteln und Krediten auch Städtebau- und andere Fördermittel genutzt werden können.

Die Grundsatzbeschlüsse stehen in den Gremien beider Organisationen noch aus. Zunächst müssten die Finanzierung seriös durchgeplant und die Bauvoranfrage durch die Stadt positiv beschieden werden, hieß es gestern. Erst danach soll die Kaserne der LEG abgekauft werden.

Die Bauvoranfrage soll mit dem Glasaufbau und ohne das Mansardendach eingereicht werden. Die just auf dem Petersberg beheimatete Baudenkmalpflege des Landes, die das historischen Kasernendach bisher stets verteidigt hatte, könnte dabei mit ihrer Stellungnahme einen Strich durch die Rechnung machen. Doch deutete der Landeskonservator Holger Reinhardt gestern an, dass sich die Behörde nicht mit aller Macht gegen den Wegfall des Daches stemmen werde.

Ein für Januar versprochenes Gutachten zum Zustand des Daches steht noch aus. Doch ist abzusehen, dass das Dach sowohl starke Schäden aufweist als auch theoretisch zu erhalten wäre. "Wir werden keine Schwarz-Weiß-Stellungnahme abgeben, sondern wohlabgewogene Anregungen", sagte Reinhardt.

Der Landeskonservator betonte, dass das Dach Teil des Geschichtszeugnisses Defensionskaserne sei. Zugleich nannte er das Konzept der potenziellen Bauherren "gründlich und seriös". Die Wirtschaftlichkeit könne bei der Abwägung zwischen dem öffentlichen und dem Interesse der Bauherren nicht außer Acht gelassen werden.

"Die schiere Größe des Objektes ist das Hauptproblem", sagte Reinhardt. Nicht nur die Sanierung, auch der spätere Erhalt des Daches verursache Kosten. "Es gilt, eine Entscheidung zu treffen, die von Vernunft geprägt ist", sagte Reinhardt. Für den Erhalt der Kaserne sei ein Nutzer zudem besser als kein Nutzer.

Laut Kirsten Kramer von der TLM stünden nach einer erfolgreichen Finanzierung und einem positiven Bauvorbescheid noch ein Architektenwettbewerb und europaweite Ausschreibungen aus. Ein Baubeginn 2016 sei aber möglich.

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