Prager-Haus steht vor Eröffnung

Apolda  Verein lädt in Lern- und Gedenkort

Nach einem Jahrzehnt fantasievoller und angestrengter Arbeit geht die Sanierung und Verwandlung des ehemaligen Geschäftshauses eines kleinen jüdischen Fellhändlers der Vollendung entgegen. Es ist das Gemeinschaftsprojekt einer Gruppe von Enthusiasten des Prager-Haus-Vereins, die dem drohenden Abriss des verfallenden Gebäudes entgegen steuern wollten.

1987 begann Pfarrer Peter Franz in Apolda nach den Glaubensbrüdern und -schwestern der Pragers zu forschen, schrieb Zeitzeugenberichte auf, bekam Artefakte, welche Freunde der Familie Prager vor ihrer Deportation anvertrauten. 1988 wurde am Prager-Haus eine Gedenktafel angebracht, an der in den folgenden Jahren, meist am 9. November, eine Kerze entzündet und Blumen niedergelegt wurden und werden.

Als nach 1990 die letzten Mieter aus dem Prager-Haus ausgezogen waren, las man plötzlich 2005 an der Haustür das Schild „zu verkaufen“. Am 26. Januar 2007, dem Vorabend des Holocaust-Gedenktages, schlossen sich 31 Personen zum Prager-Haus-Verein zusammen – mit dem Ziel, das Haus zu retten und es zu einem Ort des Lernens und Gedenkens einzurichten. 2009 konnten sie den Kaufvertrag unterschreiben.

Mittlerweile besteht das Objekt aus einem Raum für die Dauerausstellung „Jüdisches Leben in Apolda“, einem „Gang der Erinnerung“, einem Kabinett für Projektarbeit und Medieninformation,und einem Vereinsraum. Der Verein hat derzeit 85 Mitglieder.

Der Lern- und Gedenkort Prager-Haus wird am 3. Oktober in der Bernhard-Prager-Gasse 8 in Apolda eröffnet.

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