Rechtsextremist Tommy Frenck zahlt 33.000 Euro für Grundstück mit Villa

Kloster Veßra  Die Gemeinde hatte die Versteigerung des Grundstückes in Kloster Veßra an Tommy Frenck wohl nicht zu verhindern versucht. Zwei Privatbieter unterlagen.

Rechtsrock-Konzert in Themar. Organisator Tommy Frenck erweitert sein Territorium in der Nachbargemeinde Kloster Veßra. Archivfoto: Bodo Schackow

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Zur Ersteigerung eines Grundstückes in Kloster Veßra (Landkreis Hildburghausen) durch den Organisator der Rechtsrock-Konzerte, Tommy Frenck, sickern mehr und mehr Einzelheiten durch. Demnach hat es offenbar keine Versuche der Gemeinde gegeben, die Übernahme durch den bekennenden Neonazi zu verhindern. Nach Informationen unserer Zeitung beteiligten sich lediglich zwei Privatpersonen an der Versteigerung des ehemaligen Fabrikantengrundstücks mit Villa, die aber bei 15.300 bzw. bei 31.000 Euro ausstiegen.

Frenck erwarb den ehemaligen Besitz eines Porzellanfabrikanten samt Grundstück in Ortslage für 33.000 Euro, der Verkehrswert für Haus und Grund sowie ein angrenzenden Straßengrundstück lag bei 24.300 Euro. Eine Sprecherin der Verwaltungsgemeinschaft Feldstein, zu der der Ort in Südthüringen gehört, sagte am Mittwoch auf Nachfrage lediglich, man äußere sich nicht zum Sachverhalt.

Nicht bekannt ist, ob die Gemeinde von den Absichten Frencks wusste. Im Falle des Gasthauses „Goldener Löwe“, das Frenck 2014 für 80.000 Euro erwarb und seitdem zu einem Veranstaltungsort für rechtsextreme Inhalte gemacht hat, hatte die Gemeinde ein Vorkaufsrecht angemeldet.

Thüringens Innenminister Maier bestürzt über Versteigerung von Grundstück an Rechtsextremen

Laut Amtsgericht Sonneberg wurde das jetzt versteigerte Haus mit einer Gesamtwohnfläche von circa 300 Quadratmetern um 1900 erbaut. Es sei denkmalgeschützt und umfassend sanierungsbedürftig. Grund und Boden haben eine Größe von knapp 3000 Quadratmetern.

Für den Erwerb der Liegenschaft sei eine Sicherheit hinterlegt worden. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatte sich bestürzt darüber gezeigt, dass ein Veranstalter von Rechtsrock-Konzerten eine größere Fläche in Südthüringen ersteigern konnte. Es sei zu befürchten, dass dies Möglichkeiten schaffe, die künftige Verbote erschweren könnten, sagte Maier.

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