Restaurant mit 700 Plätzen für Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg geplant

Erfurt  Gastronomie, Kunstpräsentation und Thüringen-Schau: Buga GmbH lässt temporäre Nutzungen für das Gebäude prüfen.

Die Bundesgartenschau 2021 soll die Defensionskaserne aus dem jahrelangen Winterschlaf wecken.

Die Bundesgartenschau 2021 soll die Defensionskaserne aus dem jahrelangen Winterschlaf wecken.

Foto: Marco Schmidt

Rund 700 Gäste gleichzeitig sollen im Buga-Jahr 2021 in der Defensionskaserne auf dem Petersberg bewirtet werden können. Neben der Gastronomie seien in dem Gebäude eine Thüringen-Präsentation und eine Kunstausstellung geplant, sagt Kathrin Weiß, Chefin der Buga gGmbH.

Ein Planungsbüro nehme die Kaserne derzeit genau unter die Lupe. „Wir möchten wissen, wie das Gebäude im aktuellen Zustand geeignet ist, diese Angebote unterzubringen, und was dafür getan werden müsste“, sagt Weiß. Die Ergebnisse würden Ende März erwartet.

Die Nutzung als Hauptgastronomie für den Buga-Schwerpunkt Petersberg stehe im Zentrum der Prüfung. Die Zielgröße seien 700 Plätze, so dass mehrere Reisegruppen gleichzeitig Platz finden. Das Restaurant solle zudem „variabel bespielbar“ sein, also über abtrennbare, flexible Bereiche verfügen.

Die Festungsbäckerei an der zur Andreasstraße hin gelegenen Stirnseite der Kaserne soll in jedem Fall in das gastronomische Konzept eingebunden werden. Ob sie Teil des Hauptrestaurants wird oder dort nur das Thema Bäckerei präsentiert werden kann, sei noch offen.

Ebenfalls geplant ist eine großzügige Außengastronomie. Sie soll auch für Besucher zugänglich sein, die keine Buga-Eintrittskarte erwerben.

Bei der Prüfung konzentriere sich das Büro auf das Erdgeschoss der Kaserne, bestätigt die Bau- und Planungschefin der Buga GmbH, Lucie Junge. Geprüft werde aber auch, ob im Untergeschoss temporäre Toiletten untergebracht werden können. Barrierefreie Toiletten seien im Erdgeschoss geplant.

Für eine Thüringen-Präsentation als zusätzliches Angebot habe es erste Gespräche mit dem Land gegeben, bestätigt Kathrin Weiß. Die Schau solle den Buga-Gästen touristische, aber auch wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Höhepunkte des Freistaates vermitteln.

Die Kunst soll ebenfalls in der Defensionskaserne verortet werden. Ein Kunstkonzept werde noch in diesem Jahr erstellt.

Möglich sei zum Beispiel die Präsentation regionaler Künstler, sagt Weiß. Welche Fläche dafür zur Verfügung steht, hänge von den Erkenntnissen des Planungsbüros ab. Weitere Funktionen, etwa eine floristische Präsentation, könnten noch hinzukommen.

Eine Nutzung für die Defensionskaserne wird seit Jahren gesucht. Pläne von Parität und Landesmedienanstalt, die Kaserne zu einem Bürogebäude mit verglastem Dachrestaurant umzubauen, scheiterten am Geld. Das Land hat das Gebäude inzwischen zwar als Landesmuseum auserkoren. Doch soll der Umbau erst nach der Buga beginnen. Mit Blick auf diese Zukunftspläne will die Buga gGmbH selbst so wenig wie möglich baulich verändern.

Laut Lucie Junge besteht sogar noch eine Resthoffnung, dass das Land 2021 wenigstens eine Vorschau auf das Museum zeigen wird. Die Buga gGmbH habe daher ein „Baufenster“ eingeräumt: Solch eine Präsentation des Kommenden könne in der Kaserne selbst, aber auch auf dem Plateau umgesetzt werden.

„Ein fertiges Gebäude mit einem fertigen Angebot wäre schön“, sagt Buga-Chefin Kathrin Weiß. „Aber das jetzige Gebäude hat auch seinen Charme.“ Ziel sei es auch, den Besuchern im Buga-Jahr die Struktur und Dimension der Kaserne näherzubringen. Der innere Zustand sei deutlich besser, als es von außen den Anschein habe.

Der Umgang mit der Fassade sei noch offen. Aktuell gehe man davon aus, lediglich Reparaturen und Verkehrssicherheitsmaßnahmen durchzuführen.

Gute Ideen könnten aber umgesetzt werden, wenn sie finanzierbar seien. So habe es schon Gespräche darüber gegeben, die künstlerische Fotogalerie in den Kasernenfenstern wieder aufleben zu lassen, sagt Weiß.

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