Rombach bietet RWE-Container der Stadt Erfurt an

Erfurt  Ex-Präsident fordert 150.000 Euro für die Anlage im Gebreite. Die RWE-Insolvenz hat die Stadt 196.000 Euro gekostet.

Ex-Präsident von Fußball Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt, Rolf Rombach. Archiv-

Foto: Thomas Eisenhuth

Was wird aus dem Containerdorf im Nachwuchstrainingszentrum von Rot-Weiß Erfurt im Gebreite? Diese Frage beschäftigt die Stadtpolitik, seit der Ex-Präsident Rolf Rombach ein Angebot unterbreitet hat, das einige Stadträte als unmoralisch empfinden.

Rombach hatte die Container vor etwa zwei Jahren auf eigene Kosten aufstellen lassen. Die Investition bezifferte er damals mit 130 000 Euro. Das Containerdorf ersetzte den maroden Sanitär- und Umkleidetrakt des Nachwuchszentrums. In der oberen Etage fanden zudem die Geschäftsräume des Vereins, die beim Abriss des Steinhauses am Stadion wegfielen, eine neue Heimat. Rombachs Pläne, vom Verein mittelfristig Miete für das Containerdorf zu verlangen, scheiterten an der Zahlungsunfähigkeit von Rot-Weiß.

Inzwischen ist Rombach nicht mehr nur kein Präsident mehr, sondern hat sich auch als Sponsor vom Erfurter Fußball zurückgezogen. Die Container gehören ihm noch. Doch wie unsere Zeitung erfahren hat, möchte er sie gern an die Stadt verkaufen. Als Kaufpreis soll er 150 000 Euro genannt haben.

Bei den Stadträten, die bislang von dem Angebot erfahren haben, stieß es auf wenig Begeisterung. Schließlich hat die Stadt gerade 196 000 Euro wegen der RWE-Insolvenz verloren. Die offenen Forderungen der Stadt und ihrer Eigenbetriebe summierten sich nämlich auf rund 200 000 Euro. Ein Vergleich am Amtsgericht hatte ergeben, dass die Gläubiger nur zwei Prozent – im Fall der Stadt also 4000 Euro – zurückerhalten.

Rombach wird eine Mitverantwortung an der Höhe des Schuldenberges zugeschrieben.

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