Sächsisches Unternehmen kauft Gebäude am Gothaer Arnoldiplatz

Gotha  Immobilienfirma Dresdenhaus setzt auf Zukunft der Gothaer Innenstadt. Neuvermietungen und Vertragsverlängerungen

Die Arnoldiskulptur nahe den Treppen zur Friedrichstraße und der Gedenk-Obelisk gegenüber benennen den Platz.

Die Arnoldiskulptur nahe den Treppen zur Friedrichstraße und der Gedenk-Obelisk gegenüber benennen den Platz.

Foto: Peter Riecke

Wenn Jens-Peter Schulz, Objektverantwortlicher der Dresdenhaus GmbH an den Gebäuden zwischen Mönchelsstraße, Ekhofplatz, Arnoldiplatz und Erfurter Straße entlang läuft, kommt er fast ins Schwärmen.

Dort, wo einst die Bayerische Hypo-Vereinsbank einen Geldautomaten beherbergte, könnte ein Softeis-Stand eine feste Unterkunft finden. In der zweiten Etage des Ärztehauses stehen 290 Quadratmeter Fläche mit viel Tageslicht zur Verfügung, erreichbar auch über einen Fahrstuhl und teilbar auf Wunsch. Das würde sich für Büros oder Ärzte gut eignen. Auch eine Fläche für eine Apotheke würde sich bald ergeben.

Einige neue Mieter gibt es bereits

Da, wo vor der Eröffnung des Kunstforums in der Querstraße das Gothaer Kunsthaus war, stellt er sich beispielsweise den Trainingsraum für Sportkurse wie Yoga oder Schwangerschaftsgymnastik vor, denn das Objekt liegt etwas versteckter. Eine Grünfläche ist davor und ein Spielplatz gleich nebenan. In der Mönchelsstraße 37 steht der neue Mieter schon fest: Domino-Pizza. In der Erfurter Straße neben Uhrmacher Barkowsky ist der neue Mieter, ein Mobilfunk-Anbieter, bereits eingezogen. Die obere Etage des ehemaligen Kunsthauses nutzt die „Kommunale Informationsverarbeitung“.

Am Arnoldiplatz 10 kommt ein Geschäft für Sportwetten. Die Schülerhilfe in der Mönchelsstraße nutzt künftig mehr Räume als zuvor, die Deutsche Bank hat ihren Vertrag verlängert. Ein Rechtsanwalt, ein Architekt oder Friseur oder ein Eiscafé wäre für Schulz am Arnoldiplatz 8 denkbar.

Der Immobilien-Fachmann aus Dresden ist sich sicher, dass sich auch für die verbliebenen Räume im Quartier Mieter finden werden. Er nennt es nach der dort ansässigen Versicherung Viktoria-Viertel, auch wenn das kein offizieller Name ist. Arnoldiplatz griffe aber zu kurz. Dresdenhaus hat dort einige Gebäude gekauft. Deshalb überlegt Schulz auch, was aus dem Brunnen mit seinen dunkelrotbraunen Fliesen werden könnte.

Er ist außer Funktion, weil er Wasser verlieren würde, wenn er in Betrieb wäre. Schulz will vorschlagen, ihn wenigstens attraktiv zu beleuchten. Doch zunächst müsste ein Entwurf erarbeitet und mit den Anwohnern beraten werden. Grund für die Investitions-Entscheidung ist laut Jens- Peter Schulz, dass er für Gotha eine gute wirtschaftliche Entwicklung prognostiziert. Je nach Lage schwanken die Quadratmeterpreise um sechs Euro. Gotha hat in der Perlenkette an der Autobahn 4 von Eisenach bis Jena noch viel Potenzial.

In Jena, Weimar und Erfurt sind die Immobilienpreise bereits sehr hoch. Wer sein Geschäftsfeld erweitern oder eines aufbauen will, könnte daher auch die Kreisstadt Gotha mit in Betracht ziehen. Außerdem habe man hier eine sehr schöne historische Innenstadt mit 300 Jahre alten Gebäuden. Die kleinteilige Architektur, ergänzt durch Fahrstühle und Tiefgaragen, habe mehr Reiz. 2000 und mehr Quadratmeter auf einer Fläche sei nicht mehr die Zukunft. Das sieht meist nicht schön aus und ziehe nur Kaufkraft aus der Innenstadt ab.