Schauen, stöbern, finden auf dem Herbstflohmarkt in Langewiesen

Langewiesen (Ilm-Kreis). Auf dem Gelände der Kulturfabrik hatten am vergangenen Samstag gut ein Dutzend Händler ihre Verkaufsstände aufgebaut.

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<p>Nichts wünschen sich Flohmarkthändler und -besucher sehnlicher, als schönes Wetter, sobald sie ihren Stand mit dem ganzen Sammelsurium an Waren bestückt haben. Am Samstag war dem guten Dutzend Flohmarkthändlern im Gelände der Langewiesener Kulturfabrik der Wettergott wohl gesonnen.</p> <p>Im Sonnenschein sahen all die Waren, die von den einstigen Besitzern nicht mehr gebraucht oder gewollt werden, aber bei Suchenden und Schnäppchenjägern hehre Freude auslösen, doppelt schön aus. Das Kristall blitzte, alt gedientes Werkzeug machte einen guten Eindruck, Bücher und Nippes zeigten sich staubfrei, und die Klamotten auf den Kleiderbügeln bewegten sich wie Fahnen im Wind. </p> <p>Auch echte Fahnen mit verblichenem "Hammer und Zirkel im Ährenkranz" oder "FDGB" Aufdruck waren im Angebot, wie eine ganz Schütte voller Abzeichen von der Ostermarschplakette, über das Mao-Bildnis bis zur Aktivistennadel aus DDR-Zeiten.</p> <p>Wer Außergewöhnliches finden wollte, musste sich Zeit nehmen zum Suchen. Marktschreierei war nicht angesagt, denn Flohmarkthändler sind die eher stillen Vertreter ihrer Zunft.</p> <p>Der jüngste Händler am Platz ist Philipp aus Langewiesen. Er suchte den ganzen "Babykram" aus seinem Kinderzimmer zusammen und macht ihn jetzt zu klingender Münze. Auch er gibt einen Teil seiner Einnahmen wieder aus. "Die Nummer 1 des Abrafaxe-Mosaik von 1976 habe ich günstig gekauft", freut er sich. Am eigenen Stand preist er sein Snowboard mit den für ihn zu klein gewordenen Schuhen, ein Videospiel, aber auch Bücher an. Wie Marktwirtschaft funktioniert, weiß er ziemlich gut. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern spricht er Kunden an und hat mit seinem forschen Händlergebaren guten Erfolg. </p> <p>Die kleine Standmiete, die die Kulturfabrik von den Händlern kassiert, wird für den guten Zweck einem Verein und der Kita "Krabschennest" spendiert.</p> <p>Karl-Heinz Veit</p>

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