Schnäppchen in Thüringer Randlagen unter dem Hammer

Erfurt  Anfang März werden wieder 25 Thüringer Immobilien versteigert, darunter ein Bahnhofsgebäude und ein Dreiseitenhof.

Bei der Frühjahrsauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG werden auch neue Besitzer für den Bahnhof in Artern (links oben), ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in Greiz und ein Gewerbeobjekt mit zwei Hallen in Nohra bei Weimar gesucht.

Bei der Frühjahrsauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG werden auch neue Besitzer für den Bahnhof in Artern (links oben), ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in Greiz und ein Gewerbeobjekt mit zwei Hallen in Nohra bei Weimar gesucht.

Foto: Sächsische Grundstücksauktionen AG

Der Ausverkauf bei der Deutschen Bahn geht weiter: Bei der Frühjahrsauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG Anfang März will die Bahn das Bahnhofsgebäude in Artern (Kyffhäuserkreis) abstoßen. Weil das um 1920 errichtete Gebäude in den Jahren 2016 bis 2018 zumindest teilsaniert wurde, ist es zwar – anders als andere Thüringer Bahnhöfe bei früheren Auktionen – nicht für den sprichwörtlichen „’n Appel und ’n Ei“ zu haben, mit einem Auktionslimit von 48.000 Euro aber immer noch ein attraktives Objekt. Denn es verfügt über zwei derzeit vermietete Wohnungen und eine Gewerbeeinheit, außerdem wird es für den Eisenbahnbetrieb nicht mehr genutzt.

Der Bahnhof ist eine von 25 Thüringer Immobilien, für die bei der Versteigerung neue Besitzer gesucht werden. Die mit Abstand teuerste ist ein Gewerbeobjekt in Nohra bei Weimar, bestehend aus zwei Anfang der 90er-Jahre errichteten Hallen nebst Sozial- und Verwaltungsbau sowie Lagerflächen unter freiem Himmel. Das Mindestgebot dafür liegt bei knapp 670.000 Euro. Ein möglicher Interessent muss allerdings damit leben, dass eine Dachfläche gerade erst langfristig zum Betrieb einer Fotovoltaik-Anlage verpachtet wurde.

Dreiseitenhof mit Anbauten für 19.000 Euro

Fast schon ein Schnäppchen zu nennen ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in der Greizer Carolinenstraße, für das das Auktionslimit bei 75.000 Euro liegt. Das teilweise vermietete Gebäude, Baujahr 1893, besticht nicht nur durch eine schöne Fassade mit Erker und Natursteinelementen. Auch im Inneren ist vieles im Original erhalten geblieben: eine gewendelte Granitsteintreppe, Stuckdecken, Parkettfußböden, Holzinnentüren. Sogar über einen Fahrstuhl verfügt das Haus, dessen Zustand die Experten als „ordentlich“ beschreiben.

Überhaupt sind abseits der großen Thüringer Städte für vergleichsweise kleines Geld durchaus ansprechende Immobilien zu finden. Zum Beispiel ein Dreiseitenhof mit Nebengebäuden und Anbauten in Sollstedt im Südharz für nur 19.000 Euro. Oder auch ein Grundstück in Steinbach-Hallenberg, auf dem ein unterkellerter Bungalow steht. Mindestgebot: 2000 Euro. Allerdings lagern auf dem Areal Propangasflaschen, ohne dass es dafür eine vertragliche Regelung gibt.

Bei der Auktion kommen insgesamt 107 Immobilien aus mehreren Bundesländern unter den Hammer. Das Auktionslimit liegt bei knapp 7 Millionen Euro. Zu den ungewöhnlichsten Objekten zählen eine vermietete Seniorenresidenz in Eibenstock im Westerzgebirge (195.000 Euro) und das denkmalgeschützte Herrenhaus eines ehemaligen Rittergutes in Schirgiswalde-Kirschau in der Oberlausitz. Bei der jüngsten Auktion waren fast alle Thüringer Immobilien weggegangen, teils zu Erlösen, die doppelt so hoch wie das Auktionslimit waren.

Termin:

Freitag, 1. März, in Leipzig und Dienstag 5. März, in Dresden www.sga.de

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