Scholz geht ins Alt-Weimar

Weimar  Der Pächter des Restaurants Anastasia verlässt den Russischen Hof. Das Hotel will seine Gastronomie neu orientieren

Andreas und Stefanie Scholz geben ab September das Restaurant Anstasia auf und eröffnen im Oktober im Alt-Weimar neu.

Foto: Michael Baar

Die Wechsel in der Weimarer Gastronomie nehmen kein Ende. Der 31. August dieses Jahres ist für Andreas und Stefanie Scholz in ihrem Restaurant „Anastasia“ im Grandhotel Russischer Hof der Letzte. Der Pachtvertrag mit dem Haus läuft aus und wird nicht verlängert. Das Haus wolle sich mit seiner Gastronomie neu orientieren, hört man.

Andreas und Stefanie Scholz sehen das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn der „hessische Schwede“ (48) war von 2003 bis 2008 angestellter Küchenchef im damals noch hoteleigenen Restaurant des Russischen Hofs. Dann zog er weiter, kehrte aber nach einem kurzen Intermezzo in Hamburg mit fliegenden Fahnen und auf Initiative des Hotels nach Weimar zurück. Mit seiner Frau übernahm er nicht nur die Küche, sondern pachtete das Restaurant, das von nun an in den Gourmet-Führern des Landes immer häufiger auftauchte. In Thüringen wurde das Restaurant immer unter den Top 5 geführt, in Weimar als Nr. 2 hinter dem „Anna Amalia“, das es auch nicht mehr gibt.

Für das Ehepaar Scholz ist das Ende im Russischen Hof die Chance, sich noch einmal neu zu orientieren. Sie stoßen dabei in eine Lücke, die sich erst nach und in der Stadt herumsprach: Sie übernehmen das verwaiste Restaurant im „Alt-Weimar“. Auch hier werden sie kein klassisches Hotelrestaurant betreiben. So bleibt das Frühstück in Händen des Hotelbetriebes. Doch das neue Restaurant An­dreas Scholz im Alt-Weimar will dem Haus gastronomisch neues Leben einhauchen.

Die Perspektive an der Weimarer Steubenstraße entdeckte Andreas Scholz eher durch Zufall. Eigentlich suchte er ab September Lagerfläche für seine Küchen- und Restaurant-Ausstattung. Dabei stieß er auf Frank Müller, den Hotelbetreiber des Alt-Weimar, der sich zwischenzeitlich dem schwierigen Arbeitsmarkt in der Gastronomie gebeugt hatte. Scholz und Müller trafen sich auf einen Kaffee und wurden sich bald einig.

Wenn es eine Einschränkung für Scholz gibt, dann ist es der Platz. „In dieser Beziehung kommen wir jetzt aus einer Villa in eine Zwei-Raum-Wohnung. Aber auch die kann man zu etwas Besonderem machen“, sagt der Küchenmeister und lässt nicht unerwähnt, dass der Hotelier in die Terrasse investiert und diese komplett barrierefrei gestalten lässt.

Das Restaurant selbst wird aus zwei Abteilungen bestehen, dem Scholz‘schen Restaurant für Feinschmecker und einem Bereich für die kleine Küche. Im Oktober, so hoffen Andreas und Stefanie Scholz, können sie im Alt-Weimar eröffnen.

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