Schub für das Aktionsbündnis

Bad Sulza  Neue Hoffnung nach Bekenntnis von Ministerpräsident Ramelow zu Reaktivierung und Aufwertung der Pfefferminzbahn

Mit Genugtuung hat das Aktionsbündnis für den Erhalt der Pfefferminzbahn auf die Ankündigung von Ministerpräsident Bodo Ramelow reagiert, den Personenverkehr auf dem Abschnitt zwischen Buttstädt und Großheringen wieder aufzunehmen und mit Anbindung nach Jena aufzuwerten.

„Der Einsatz der Bürger hat sich in jedem Fall gelohnt“, sagte gestern Eva-Maria Jung, deren Familie sich seit Monaten in der Initiative engagiert. Eine Petition, gestützt durch knapp 3400 Unterschriften auf Papier-Listen sowie 500 Online-Unterstützer, wird von den Zuständigen des Landtages immer noch geprüft. „Aber fest steht: Die Politiker sind munter geworden“, so Jung. „Ohne die Petition würde über die Bahn längst keiner mehr reden. Hinter den Kulissen läuft unsere Arbeit weiter. Das Aktionsbündnis trifft sich regelmäßig und führt Gespräche mit vielen Seiten. Aus heutiger Sicht kann man mittlerweile sagen: Diese Bahn wird nicht sterben. Die schläft nur.“ Der Abschnitt sei mit der letzten Personenverkehrsfahrt am 9. Dezember ausdrücklich „nicht stillgelegt, sondern nur außer Betrieb gesetzt“ worden, so Jung. „Und das ist ein großer Unterschied.“

Elke-Martina und Katharina, die beiden Töchter von Familie Jung, pendeln weiter täglich nach Jena – eine arbeitet, die andere studiert dort. „Ich bringe sie jeden Tag von Bad Sulza nach Großheringen oder Camburg zur Bahn, manchmal sind das vier Touren“, so Eva-Maria Jung. „Das sollte kein Dauerzustand sein.“ Allerdings ist es ein exemplarisches Beispiel, wie sinnvoll eine funktionierende Bahnverbindung zwischen Sömmerda/Buttstädt, Großheringen und Jena sein kann: „Jena soll ja als Verkehrsknoten mit Intercity-Verbindungen in viele Richtungen ausgebaut werden. Dafür werden Zubringer wieder wichtiger, und die Pfefferminzbahn wäre ein idealer.“

Davon ist auch Matthias Ameis überzeugt, in dessen Zuständigkeit als Amtsleiter des Kreises Weimarer Land für Wirtschaft und Kulturpflege auch der öffentliche Personnennahverkehr fällt. „Inhalt unserer Stellungnahmen war immer: Die Pfefferminzbahn macht nur Sinn, wenn die Anbindung an die überregionalen Züge funktioniert. Ein stündlicher Takt von Großheringen nach Jena und Naumburg mit darauf abgestimmten Zeiten der Pfefferminzbahn würde deren Fahrgastaufkommen deutlich erhöhen.“ Im Nahverkehrsplan für 2018 bis 2022, den die Landesregierung erarbeitet habe, sei eine „Verdichtung“ der Verbindung zwischen Jena und Naumburg bereits aufgenommen. „Für Pendler nach Jena wäre eine gut getaktete Pfefferminzbahn interessant. Momentan stellen viele ihr Auto in Camburg ab und fahren dann mit der Bahn nach Jena, weil sie sich dort die Parkplatzsuche ersparen wollen.“

Dass allerdings in den nächsten beiden Jahren wieder reguläre Personenzüge zwischen Großheringen und Buttstädt rollen, glaubt Ameis nicht: „Die Strecke muss neu ausgeschrieben und vergeben werden. Das dauert in der Regel 24 Monate.“

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