Sömmerdaer ist einer von zehn Bergsteigern, die alle sieben Alpengipfel erobert haben

Sömmerda  Michael Gubelt berichtet von seiner jüngsten Bergtour zur Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, die zu den „seven summits“ gehört

Einen unvergesslichen Blick hat man vom höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze. Foto: Michael Gubelt

Einen unvergesslichen Blick hat man vom höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze. Foto: Michael Gubelt

Foto: zgt

Vom 25. bis 30. Juni bin ich, Michael Gubelt, wieder einmal in den Alpen unterwegs gewesen. Dieses Mal sollte das Ziel Garmisch-Partenkirchen mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, sein. Diesen Gipfel hatte ich schon lange geplant, zu besteigen, da er zu der kleinen, aber feinen Sammlung der Seven Summits – also zu den sieben höchsten Gipfeln – der Alpen zählt.

Diese bestieg zum ersten Mal und gleich in einer Saison der Holzkirchener Bergführer Alexander Römer im Jahr 2010. Er ist somit auch der Begründer dieses bergsteigerischen Projektes.

Als ich im Jahr 2011 mit dem Gran Paradiso (4061 m) und dem Mont Blanc (4810 m) den jeweils höchsten Berg von Italien und Frankreich mit der „Seilschaft Wolkenlos“ bestieg und in der Folge eher zufällig auf die Seven Summits der Alpen aufmerksam wurde, waren meine Pläne diesbezüglich noch zurückhaltend. Im gleichen Jahr konnte ich noch mit der Grauspitze (2599m) den höchsten Berg von Liechtenstein besteigen. Stück für Stück gelangen mir dann Touren auf Triglav (2864 m, Slowenien, 2012), Großglockner (3798 m, Österreich, 2013) und die Dufourspitze (Schweiz, 4634 m, 2015). Die Grauspitze und die Dufourspitze waren dabei meines Erachtens die Höhepunkte dieser Unternehmungen.

Die Zugspitze, den am leichtesten zu besteigenden Berg, hob ich mir bis zuletzt auf.

Da Vater und Tochter mit mir unterwegs waren, wählte ich die leichteste, aber längste Route über das südlich gelegene Reintal aus. Nach der Anreise am Samstag und Übernachtung in einem Gasthaus stiegen wir am Sonntag bei regnerischem Wetter zunächst durch die Partnachklamm, dann immer der Partnach entlang zur Reintalangerhütte (1369m) auf. Dort erlebten wir einen schönen Abend mit Livemusik, vorgetragen von Bediensteten der Hütte.

Am Montag sollte es schließlich bis zum Gipfel zu Fuß gehen, immerhin 1600 Höhenmeter mussten im Aufstieg bewältigt werden. Bis zur Knorrhütte auf 2051m kamen wir gut voran. Ab da wurde der Weg zusehends beschwerlicher durch den Schnee, der dort in dieser Zeit eigentlich schon weggetaut ist. Eine gute Spur leitete uns aber sicher weiter zum Gletscherplateau mit der Seil- und Zahnradbahnstation Sonnalpin (2576m). Da der letzte Aufschwung zum Gipfel der schwierigste Teil dieser gesamten Etappe ist und eben durch den Schnee das Steigen erschwert war, zögerte ich noch etwas ob der Möglichkeit, die Seilbahn ab dort zu benutzen. Vater und Tochter waren bis hierher gut mitgegangen und doch ein wenig müde. Sie nahmen bis zum Gipfel die Bahn, während ich der Spur nachstieg, die mich zunächst in ein steiles Schotterfeld und dann an einem felsigen Grat bis hinauf zu Deutschlands höchstem Punkt brachte. Teilweise lagen die Sicherungsketten noch unter dem Schnee, teilweise konnte ich sie greifen. Die schlechte Sicht verbreitete dabei auch bei mir ein gewisses Gefühl von Ausgesetztheit. Auf dem Münchner Haus, der Schutzhütte direkt auf dem verbauten Gipfelbereich, in der wir auch übernachteten, gab es ein freudiges Wiedersehen mit den beiden Anderen. Nach einem kurzen Abstecher zum Gipfelkreuz auf 2964 m gab es leckere Nudeln mit Bolognesesoße, und danach spielten wir Kniffel, wobei bei dem Ein- oder Anderen das Zusammenzählen der Punktwerte nicht mehr so gut gelang. Ob dies an der Müdigkeit oder dem Sauerstoffmangel in dieser Höhe lag, sei einmal dahin gestellt.

In der Nacht schliefen wir gut, und am nächsten Morgen war die Sicht endlich frei, das Wetter hatte sich – wie vorhergesagt – gebessert. Nun konnten Bilder gemacht werden. Als dann die Freundin wie versprochen mit der ersten Seilbahn vom Eibsee auffuhr und fünf Minuten nach um acht die Erste war, die aus der Gondel stieg, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Mit ihr und Tochter Esther kraxelte ich nochmals zum Gipfelkreuz, welches golden in der Sonne glänzte.

Allmählich spuckten die Seilbahnen immer mehr Menschen aus, und schon bald fühlte man sich wie auf einem Jahrmarkt. Der Baulärm der Kräne – es wird eine neue Seilbahn gebaut – tat sein Übriges dazu. Zeit für uns, nun abzufahren zum Eibsee. Dort fuhren wir noch mit dem Tretboot zu einer Insel und sprangen in den See, um uns abzukühlen. Bei diesem Panorama einfach herrlich.

Danach setzten wir unsere Hüttentour auf der Nordseite der Zugspitze, nun zu viert, fort. Durch die Höllentalklamm wanderten wir zur Höllentalangerhütte (1387 m), welche erst 2015 nach ihrem Neubau eröffnet worden ist und keine Wünsche offen lässt. Mittwoch, den 29. Juni, stiegen wir an Knappenhäusern vorbei – dort wurde einst Erz abgebaut –, machten einen Abstecher zum Schwarzenkopf (1819 m), um dort Mittagspause mit Brotzeit zu halten und gelangten schließlich zum Kreuzeckhaus (1651 m), unserer letzten Übernachtung. Am Donnerstag verschlechterte sich das Wetter so sehr, dass wir mit der Seilbahn ins Tal fuhren.

Nach kulturellen Abstechern zu Kloster Ettal, Schloss Linder-hof, Schloss Neuschwanstein und einem Bad in einem kalten Bergsee übernachteten wir noch einmal in Oberstdorf im Allgäu, um am Freitag auf der Heimreise Verwandte in der Pfalz zu besuchen. Somit wird uns dieser Urlaub noch lange in Erinnerung bleiben.

Insgesamt ist die Zugspitze ein schöner Berg, der allerdings durch die Verbauungen am Gipfel zumindest für den Bergsteiger und Naturliebhaber ein wenig an Reiz verloren hat. Da er aber als Deutschlands Höchster zu den Seven Summits der Alpen zählt, stand er natürlich mit auf meiner Liste der zu besteigenden Berge. Schön, dass ich diese Sammlung mit ihm komplettieren konnte. Immerhin gelang mir das als erst zehntem Bergsteiger (siehe auch www.seven-summits-der-alpen. de).

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