Sömmerdas Kneipenmeile-Besucher sind mutige Leute

Sömmerda  Viel mehr Personen als für die Wette erforderlich klettern auf dem Sömmerdaer Obermarkt die Drehleiter hinauf. Partystimmung bis in die Nacht

Unter den vielen Frauen, die die Drehleiter nach oben stiegen, war Julia Kühne. Sie schaffte den Weg bis in den Leiterkorb.

Unter den vielen Frauen, die die Drehleiter nach oben stiegen, war Julia Kühne. Sie schaffte den Weg bis in den Leiterkorb.

Foto: Ilona Stark

An genug Freiwilligen mangelte es am Samstagabend nicht, als die Freiwillige Feuerwehr Sömmerda und ihr Verein auf dem Obermarkt versuchten, ihre Wette zu gewinnen. Sie hatten mit der IG Kneipenmeile gewettet, dass sie es schaffen, zwischen 19 und 21 Uhr 30 Besucher der Meile davon zu überzeugen, mindestens die Hälfte der rund 22 Meter hohen Drehleiter zu ersteigen.

Zwar waren die Feuerwehrleute wegen eines Einsatzes (in der Brauhausstraße war ein Baum auf ein Auto gefallen) verspätet am Ort des Geschehens eingetroffen, doch die Wirte zeigten sich großzügig und stimmten einer Zeitmessung der vereinbarten zwei Stunden ab dem Start der Kletteraktion zu.

Als erster stieg Florian Bonis, von oben aus dem Leiterkorb heraus durch Marcus Gessler mit einem Dynamikseil und Sitzgurt gesichert, in die Höhe. Der 23-Jährige gehört zu der mit der Sömmerdaer Feuerwehr befreundeten Böblinger Wehr, hatte von der Aktion gehört, sich am Morgen kurz nach 6 Uhr in sein Auto gesetzt und war nach Thüringen gekommen. Für den jungen Mann war der Aufstieg natürlich schon von Berufs wegen kein Problem.

Für Marek Hähnel war die Sache neu. Der 13-Jährige wurde am Fuß der Leiter als Zweiter von Leitermaschinist Jörg Hasenbein an Gurt und Seil befestigt und kletterte die Leiter ebenfalls bis ganz nach oben. Er habe die ganze Stadt und sogar das Haus der Familie gesehen, freute sich der Jugendliche, als er wieder sicher am Boden stand.

Als die nächsten es ihm gleich taten, traf Daniel Voigt, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, eine Entscheidung. Mit so vielen Mutigen, die die Drehleiter bis ganz nach oben gingen, hatte er nicht gerechnet. Ginge das so weiter, würde die Zeit knapp werden. Die Leiter wurde auf das in der Wette vereinbarte Mindestmaß eingefahren.

Dann ging einer nach dem anderen zügig hinauf. Darunter auch viele junge Frauen, wie Maria-Luise Henning aus Waltersdorf. „Nichts Neues“, sagte die 34-Jährige gelassen nach dem Abstieg. Schließlich ist sie seit 15 Jahren Feuerwehrfrau.

Kurz vor 21 Uhr waren die 30 Urkunden, die Daniel Voigt verteilte und auf „Beweisfotos“ festhielt, vergeben. Die Feuerwehr hatte die Wette und damit 500 Euro gewonnen. 25 Minuten verblieben von der Wettzeit und wurden weiter genutzt.

In der Stadt wurde währenddessen und bis in die Nacht hinein in und vor den zehn an der Kneipenmeile beteiligten Lokalitäten kräftig gefeiert.

Mehr Fotos von Wette und Kneipenmeile: www.ta-soemmerda.de

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