Sondershausen: Pop-Camp-Kandidaten probten für den großen Auftritt

Sondershausen. Fünf Bands, fünf Tage Training, ein großer Auftritt. Von Antonia KlingVon Sonntag bis Freitagmorgen haben sich fünf Nachwuchsbands aus ganz Deutschland in Sondershausen auf ihre große Chance vorbereitet, einen Auftritt vor Plattenproduzenten in Berlin.

Lucas Newmann und seine Live-Band „Newmanation“ bei ihrem letzten Training in der Franz-Liszt-Halle in der Landesmusikakademie vor dem großen Auftritt am Freitag in Berlin. Foto: Henning Most

Lucas Newmann und seine Live-Band „Newmanation“ bei ihrem letzten Training in der Franz-Liszt-Halle in der Landesmusikakademie vor dem großen Auftritt am Freitag in Berlin. Foto: Henning Most

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„Popcamp“ nennt der Musikrat sein Angebot an Nachwuchsmusiker aus dem ganzen Land. Seit 2005 gibt es das Angebot des deutschen Musikrats, der vor allem für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ bekannt ist.

„Wir machen Bandcoaching auf Spitzenniveau“, erzählt Michael Teilkemeier, Projektleiter des Camps und Mitglied des deutschen Musikrates.

In der Landesmusikakademie absolvierten die Bands nun ihre zweite Arbeitsphase. Am Freitagabend folgte dann der große Auftritt im Pfefferberg-Haus in Berlin.

Musik will auch optisch gesehen werden

Beworben hatten sich für „Popcamp“ in diesem Jahr 200 Bands. Eine Jury sah sich 60 bis 70 von ihnen näher an. Durch ein Punktesystem wird die Auswahl auf acht Bands eingeschränkt, die wiederum dürfen ihr Können unter Beweis stellen.

Nach einem Motivationsgespräch werden die fünf Bands mit dem größten Förderwillen zur ersten Arbeitsphase in die Bundesakademie Trossingen eingeladen, erzählt Projektleiter Teilkemeier. In den Arbeitsphasen geht es dann um den Austausch mit den Dozenten, das Arbeiten an neuen sowie alten Songs, die Performance aber auch alle rechtlichen Dinge.

„Die Bands dürfen sich sogar Dozenten wünschen, mit denen sie gerne zusammenarbeiten würden und wir versuchen dann das Möglichste, um ihren Wunsch zu erfüllen“, berichtet der Projektleiter. Dieses Jahr ist ein Wunsch sogar in Erfüllung gegangen. Stephan Gade, Songwriter der Hamburger Rockband „Selig“ war auf Anfrage einer Band dabei.

Zwei Monate später findet dann die zweite Arbeitsphase statt und zwar in Sondershausen. „Wir sind zum zweiten Mal hier in Sondershausen. Wir versuchen immer Proberäume und Unterkünfte zusammen zu verbinden“, erzählt Teilkemeier. Da es ihnen das letzte Mal so gut gefallen hatte, haben sie die Unterkunft in Sondershausen noch einmal gebucht. „Nächstes Jahr im November werden wir auch wieder hierher kommen.“

Die Bands, deren Namen vielleicht bald häufiger in der Zeitung stehen, heißen „Flooot“, „Lenna“, „Williams-Orbit“, „Lucas Newman“ und „Wir bringen kalten Kaffee mit“. 25 Minuten hatten sie am Freitagabend dann Zeit, sich live zu präsentieren. Vertreter von Labels, Musikproduzenten und andere Interessierte aus dem Musikbereich hat der Musikrat zum Abschluss des Popcamps eingeladen, um den Nachwuchs anzuhören.

„Das eigentliche Ziel des Popcamps ist es, dass die Bands von ihrer Musik leben können. Ob sie jetzt total berühmt werden, ist dahingestellt, aber uns ist es wichtig, dass sie hauptberuflich Musiker werden können“, unterstreicht Teilkemeier.

Dass das auch klappen kann, zeigte sich gleich im ersten Jahr. Da trat die Band „Jupiter Jones“ an und kann sich heute mit einem „Echo“ rühmen. Auch 2012 hat es die Band „Heisskalt“ mit Hilfe des Popcamps ins Musikgeschäft geschafft.