Spatenstich für neue Elefantenanlage im Thüringer Zoopark

Kein Zweifel: Der Thüringer Zoopark wird in absehbarer Zeit afrikanische Elefanten züchten. Am Montag erfolgte in der Nähe der einstigen Shire-Pferdekoppel am Roten Berg der erste Spatenstich für die neue Elefantenanlage. Möglich ist aber, dass dafür zuvor ein Elefantentausch erfolgen muss und die beiden 1999 importierten Elefantenkühe Csami und Seronga Erfurt verlassen.

Viel zu klein unn zu eng ist die jetzige Elefantenanlage, für die es nur noch begrenzt eine Betriebserlaubnis gibt. Archivfoto: Frank Karmeyer

Viel zu klein unn zu eng ist die jetzige Elefantenanlage, für die es nur noch begrenzt eine Betriebserlaubnis gibt. Archivfoto: Frank Karmeyer

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Erfurt. Die Elefantenanlage ist das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Zooparks. Das Gehege von 15.000 Quadratmetern wird einer Elefantenherde mit bis zu 15 Tieren Platz bieten, auch einem Elefantenbullen und einem Jungbullen. Auf dem Areal wird es Suhlen, Bademöglichkeiten, Felsen und ein Elefantenhaus mit dem 500 Quadratmeter großen Laufstall geben. 2014 soll es fertig sein.

Direktor Dr. Thomas Kölpin erklärte am Montag, der Tierpark Erfurt sei als flächenmäßig drittgrößter deutscher Zoo ein Zoo der großen Tiere und werde sich der Elefantenzucht zuwenden, um sich am Artenschutz zu beteiligen. Die Tiere könnten perspektivisch auch ausgewildert werden. Doch das Vorhaben hat Hindernisse.

Die 40 Jahre alte Erfurter Elefantendame Safari kommt für die Zucht nicht mehr in Frage. Aber auch für die Elefantenkühe Csami und Seronga, die in Botswana geboren wurden und 1999 erst nach langem Streit mit Bundes- und Naturschutzbehörden aus Südafrika importiert wurden, tickt schon die biologische Uhr. Sie wären zwar jetzt im besten Fortpflanzungsalter, aber zur Fertigstellung des Geheges 2014 dann 19 und 20 Jahre alt - ein kritisches Alter für eine erste Geburt bei Elefanten, so Kölpin. Auch sieht er die Beschaffung eines passenden Zuchtbullen als schwierig. Es sei aber nicht zu vertreten, dass man eine hochmoderne Elefantenanlage baut und nach Fertigstellung keine Zuchtvoraussetzungen bieten kann, so Kölpin.

Verhandlungen mit Safaripark in Frankreich

Auch für die Variante einer künstlichen Befruchtung der Elefantenkühe hat sich der Erfurter Zoo zunächst nicht entschieden - zu teuer und unsicher, zumal bisher weltweit nach künstlichen Befruchtungen bei Elefanten nur Bullenkälber geboren wurden. Nach Verhandlungen mit einem Safaripark in Südfrankreich könnte ein Elefantentausch vorgenommen werden. Csami und Seronga würden umziehen und träfen dort auf einen Elefantenbullen, den Vater der 8 und 10 Jahre alten Elefantenkühe Akili und Chupa. Sie könnten damit unverzüglich für Elefantenkälber sorgen. Akili und Chupa würden nach diesem Plan im nächsten Jahr nach Erfurt kommen und bekämen 2014 einen jungen Elefantenbullen dazu gesellt, hofft der Zoo Erfurt. Safari würde in Erfurt bleiben und als Leitkuh die neue Herde anführen. Auch ergäbe sich in der Herde eine Situation ähnlich wie in der Natur.

"Der Tausch wäre ein Gewinn für alle Seiten, denn auch die Kollegen in Südfrankreich können mit den Elefanten, die untereinander verwandt sind, nicht züchten", so Kölpin. Noch stehen einige Untersuchungen aus. Doch hofft man am Roten Berg, dass der Plan gelingt. Falls nicht, wird über eine künstliche Befruchtung neu nachgedacht, so Kölpin. Zusammen mit den Elefanten sollen künftig Zwergmeerkatzen, Pillendreher, Zebramangusten, Grabfrösche und Spornschildkröten gehalten werden. Sie kommen auch in der Natur Afrikas gemeinsam vor.

Ins alte Elefantenhaus, das 1984 eröffnet worden war, könnten dann ab 2014 übrigens die Giraffen einziehen. Die Höhe des Objektes ist dafür geeignet. Auch für diese Tiere baut der Thüringer Zoopark eine Zucht auf - das nächste Kalb wird Ende Mai/Anfang Juni 2012 erwartet.

Das neue Gehege

  • Geplant ist die Elefantenanlage für sieben erwachsene Tiere, einen Bullen und sechs Kühe, sowie den Nachwuchs.
  • Die Kühe haben drei Boxen, einen Laufstall und ein 55 Quadratmeter großes Badebecken.
  • Das Bullengehege misst 1000 Quadratmeter.
  • Der erste afrikanische Elefant, der 1960 am Roten Berg einzog, war Marina. Sie kam aus dem Kongo und lebte bis 2003 in Erfurt.
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