Stadt Erfurt soll Rot-Weiß und Arena GmbH retten

Erfurt  In einer nicht öffentlichen Sondersitzung soll der Erfurter Stadtrat am Mittwoch die neue Struktur der Stadion-Betreibergesellschaft Arena GmbH und zugleich den mit Rot-Weiß ausgehandelten Mietrabatt bestätigen.

Sportlich hat der FC Rot-Weiß in dieser Saison die Klasse gehalten. Nun geht es um den Mietrabatt, ohne den die Lizenz gefährdet ist.

Sportlich hat der FC Rot-Weiß in dieser Saison die Klasse gehalten. Nun geht es um den Mietrabatt, ohne den die Lizenz gefährdet ist.

Foto: Sascha Fromm

Sportlich ist der Fußballclub Rot-Weiß Erfurt gerettet – finanziell ist er auf die Hilfe des Stadtrates angewiesen. In einer nicht öffentlichen Sondersitzung sollen die Fraktionen am Mittwoch die neue Struktur der Stadion-Betreibergesellschaft Arena GmbH und zugleich den mit Rot-Weiß ausgehandelten Mietrabatt bestätigen.

Der Rabatt, der zunächst auf die kommende Fußball-Saison beschränkt ist, soll 40 Prozent pro Spieltag betragen. Er bezieht sich allerdings auf ein Mietmodell, das die Höhe der Forderung von den Besucherzahlen abhängig macht. Wie viel Geld der Rabatt wert ist, kann deshalb vorab nicht beziffert werden.

Ebenso wenig steht fest, wer für den Rabattausgleich aufkommt. Die Arena GmbH kann es sich jedenfalls nicht leisten, im ungünstigsten Fall auf fast die Hälfte der von Rot-Weiß geplanten Einnahmen zu verzichten. Die Stadtwerke werden die fehlenden Gelder wohl vorstrecken müssen. Das dürfte aber zu Lasten anderer Zahlungen gehen, welche die 100-prozentige Stadttochter an die Stadt leistet.

Bereits in diesem Jahr fällt die Gewinnausschüttung der Stadtwerke an die Stadt, die traditionell eine Million Euro ausmacht, um 364 000 Euro geringer aus. Grund ist ebenfalls ein Zuschuss an die Arena GmbH, der in diesem Fall aber nichts mit Rot-Weiß zu tun hat. Weil der Wirtschaftsplan der Stadion-Betreibergesellschaft zu blauäugig aufgestellt worden war, beschloss der Stadtrat im Herbst, die jährlichen Zahlungen für den Schul- und Vereinssport im Stadion um diese Summe zu erhöhen. Besiegelt wird diese Soforthilfe nun im Jahresabschluss der Stadtwerke für 2016, der im öffentlichen Teil des Stadtrates abgestimmt wird.

Im nicht öffentlichen Teil steht nicht nur der Mietvertrag mit Rabatt-Ergänzung zwischen Arena GmbH und Rot-Weiß zur Abstimmung. Der Stadtrat soll auch grünes Licht für die neue Struktur der Betreibergesellschaft geben.

Die Pläne sehen vor, die Messe und damit das Land Thüringen als Mitgesellschafter auszulösen. Die Stadtwerke als dann alleinige Gesellschafter müssten dafür zwar nur einen Euro hinlegen, im selben Atemzug aber 686 000 Euro an die Arena GmbH überweisen – also genau die Finanzspritze, die eigentlich von der Messe versprochen worden war und noch aussteht.

Der Stadtrat kann den Vorlagen eigentlich nur zustimmen. Tut er es nicht, sind sowohl die Arena GmbH als auch der rot-weiße Verein, der um seine Lizenz für die 3. Liga kämpft, in der Existenz bedroht.

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