Stark im Verein: Große Wiese zum Toben und Üben, Vereinsheim für Stammtisch und Frühstücksrunde

Geraberg (Ilm-Kreis). Der Geraberger Hundesportverein wird 60 Jahre alt und will im nächsten Jahr auch Kurse für Jugendliche und deren Hunde auf dem Vereinsgelände anbieten.

Zur tierischen Weihnachtsfeier wird auch schon mal der Weihnachtsmann flachgelegt. Mit Heiligenschein und Weihnachtsbehütung kann man sich das scheinbar erlauben. Foto: privat

Zur tierischen Weihnachtsfeier wird auch schon mal der Weihnachtsmann flachgelegt. Mit Heiligenschein und Weihnachtsbehütung kann man sich das scheinbar erlauben. Foto: privat

Foto: zgt

Zwischen Angelroda und Geraberg ist man auf den Hund gekommen. Und zwar schon vor 60 Jahren, das Vereinsgelände des Geraberger Hundesportvereins befindet sich abseits der Straße über eine Brücke auf einer großen Wiese und dazugehörigem Vereinsheim, das gerade renoviert wird.

Für die Vereinsvorstellung durch unsere Zeitung hatten zum Treffen am frühen Nachmittag Hunde und Frauchen wie Herrchen bereits Aufstellung genommen. Auch wenn die Hunde von ihren Besitzern im Verein gut erzogen worden sind, so musste man doch die Charaktere der Tiere beim Aufstellen für das Gruppenbild beherzigen.

Andrea Lämmer als Vereinsvorsitzende hatte einige der 32 Mitglieder mit ihren Hunden um sich geschart. Schoßhündchen sind keine dabei, dafür Schäferhunde, Rottweiler, Labrador, Barsoi, Golden Retriever, Sennenhunde und natürlich auch Mischlinge und der Dackel Lacky von Christiane Schön. Der passt immer auf ihre zwei Barsoi, Pamina und Uljana, auf. Oder so ähnlich.

Jeden Donnerstag 15 bis 20 Uhr und jeden Sonntag 9 bis 13 Uhr treffen sich die Vereinsfreunde auf dem Hundesportplatz, um ihren Tieren Auslauf, Freizeitbeschäftigung mit ihresgleichen zu geben, ihnen Gehorsam und Respekt vor der Umwelt beizubringen. Dabei endet donnerstags das Treffen immer mit einem Hunde-Stammtisch im Vereinsheim, und sonntags beginnt es mit einem gemeinsamen Frühstück. Das sagt schon viel über die Gemütlichkeit im Vereinsleben aus, die auch mit Wanderungen, einer tierischen Weihnacht, Arbeitseinsätzen und Besuchen mit Schauvorführungen im Ilmenauer Tierheim gepflegt und bereichert wird.

Bei Schutzhundeprüfung, Begleithundprüfung und Ausbildungstraining wird es dann aber ernst für beide Seiten der Leine. Vor allem auf das Umwelttraining lege man großen Wert, sagt Andrea Lämmer. Die Hunde werden auf Straßenverkehr, fremde Passanten und Hunde, auf Silvesterknallerei und ähnliches eingestellt, um dann im Ernstfall nicht auszuflippen.

In Kinderseminaren für Schüler der 5. Klassen der Regelschule Geratal werden Kurse mit Hunden in Theorie und Praxis vermittelt. Für das nächste Jahr sollen Kinder und Jugendliche dann auf dem Vereinsgelände Trainingsstunden mit ihrem Hund erhalten.

Für dieses Jahr sei dafür keine Zeit, schließlich habe man sich auf eine Jubiläumsfeier vorzubereiten. Das meint vor allem, dass die Küche im Vereinsgebäude noch renoviert werden muss. Zuletzt wurden bei Arbeitseinsätzen und Hilfe von Profis Bäume gefällt, die aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters ihre Standkraft verloren hatten.

Die Vereinsmitglieder kommen übrigens nicht nur aus dem Geratal, sondern auch aus Ilmenau, Gehren, Gräfenroda, Gräfinau-Angstedt und Geschwenda.

Mit den Hundesteuern können sie leben, sagen die Hundefreunde, nur für die als Listenhunde geführten Kampfhunde finden sie die Steuern zu hoch. Ein großes Thema unter Tierfreunden vor zwei Jahren waren von Unbekannten ausgelegte Giftköder in der Region, die Täter habe man nie fassen können. An deren kriminellen Taten seien auch Tiere verendet.

Angesprochen auf die Schönheitswettbewerbe bei Pudel-Ausstellungen, wie zuletzt in Manebach, schütteln alle den Kopf. Zum einen hätten sie nicht solche Hunde und zum anderen seien sie der Auffassung, dass ein Hund auch mal im Dreck wühlen dürfen müsse. „Wir bleiben beim Ursprung“, findet die Vereinschefin. Qualzuchten wie bei Möpsen würden grundsätzlich abgelehnt, sagt Christiane Schön.

Die Hundehaltung habe in den letzten Jahren zugenommen. Sie sei eine Modeerscheinung geworden, dazu gehöre auch, dass der Hund immer weiter vermenschlicht werde. Öfter werden aber auch Tiere im Tierheim abgegeben, weil man überfordert sei.

Geraberger Hundesportverein

  • Der Verein hat 32 Mitglieder und feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen im September.
  • Vereinsvorsitzende ist seit 10 Jahren Andrea Lämmer, die privat eine Hundeschule betreibt.
  • Die Vereinsmitglieder besuchen mit ihren Hunden auch regelmäßig die Bewohner im Geraberger Seniorenheim.
  • Jährlich gibt es eine Spendenaktion gemeinsam mit dem Tierheim Ilmenau für das weltgrößte Tierheim „Smeura“ in Rumänien.
  • Mit einem tierischen Weihnachtsfest, bei dem der Weihnachtsmann auf einem Schlitten auf Rädern mit Hundebegleitung erscheint, klingt das Jahr für Große und Kleine aus.
  • Im Tierheim Ilmenau gibt es eine Schauvorführung.
  • Seminare für die artgerechte Fütterung und Gesundheitsvorsorge des Hundes finden jährlich statt.
  • Die Hunde im Verein hören unter anderem auf die Namen Aike, Lara, Daira, Unna, Holly, Alfred, Emma, Brösel, Pamina, Uljana, Lacky und Cäsar.
  • Der Gewinn aus der gemeinsamen Aktion „Stark im Verein“ von Thüringer Allgemeine und Sparkasse soll für die Renovierung im Vereinsheim und für die Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier im September verwendet werden.
  • Wollen auch Sie am Wettbewerb „Stark im Verein“, der von der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau und der Thüringer Allgemeine organisiert wird, teilnehmen? Dann schicken Sie uns eine kurze Bewerbungsmail mit Angaben zum Verein und zum Projekt und Ihren Kontaktdaten.