Suchtexperten lehnen Cannabis-Freigabe ab

Nordhausen  Grund sind Gesundheitsschäden durch Droge

Den Cannabiskonsum zu legalisieren, wird auf politischer Ebene derzeit kontrovers diskutiert. Bei seinem Öffentlichkeitstag befasste sich auch das Nordhäuser Suchthilfezentrum der Diakonie damit.

Auch er kenne Menschen, die ab und an abends kiffen und damit klarkommen, sagt Dirk Rzepus, der Leiter des Suchthilfezentrums. Für die wäre es besser, nicht über dunkle Kanäle, sondern auf legalem Weg ihr Cannabis zu bekommen. Gleichwohl lehnt er eine Legalisierung ab. Zum einen wegen der gesundheitlichen Folgen für viele Süchtige. Zum anderen, weil eine legale Verfügbarkeit manch einen eher zur Droge greifen lasse. „Steht kein Geschwindigkeitsschild an der Straße, rauschen manche auch mit Vollgas durch.“ Ein Verbot wirke als Hemmschwelle, meint auch Kripo-Chef Detlef Grabs.

„Als Suchtarzt behandle ich die Psychosen, sehe die kaputten Menschen“, sagt Eckart Grau, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Elbingerode, zugleich Chefarzt der Suchtrehabilitation. Cannabis werde „unterschätzt“ in seiner Wirkung. „Wir reden nicht mehr von dem Woodstock-Stoff. Die synthetischen Drogen haben heute den 40- bis 50-fachen THC-Gehalt.“ Tetryhydrocannabinol ist der primäre psychoaktive Wirkstoff in Cannabis.

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