Südharzer Orte in alten Bildern: Obergebra liegt an wichtiger Ost-West-Verbindung

Obergebra (Kreis Nordhausen). Mit historischen Aufnahmen aus Obergebra starten wir eine neue Serie im Lokalteil unserer Zeitung. In loser Folge wollen wir mit Ihnen in die Vergangenheit unserer Region eintauchen.

Mit historischen Aufnahmen aus Obergebra starten wir eine neue Serie im Lokalteil unserer Zeitung. Fotos: Michael Randel

Mit historischen Aufnahmen aus Obergebra starten wir eine neue Serie im Lokalteil unserer Zeitung. Fotos: Michael Randel

Foto: zgt

Das Dorf liegt seit jeher an einer wichtigen Ost-West-Verbindung. Nur prägten bis vor gar nicht allzu vielen Jahrzehnten ausladende Laubbäume die Ortseinfahrt aus Richtung Nordhausen.

Die östliche Dorfstraße war eine lebendige Geschäftsstraße, wo nicht nur Bäcker und Fleischer ihre Waren feilboten, sondern es auch Kolonialwaren, Gemüse, Fisch und Südfrüchte gab. Während die Gastwirtschaft 1991 einem Feuer zum Opfer fiel, ist die 1832 erbaute Schmiede daneben heute Teil des Dorfgemeinschaftshauses.

Das frühere Waisenhaus wurde 1950 bis 1980 als Schule genutzt. Heute haben hier eine Arzt- und eine Physiotherapiepraxis ihre Räume, auch Wohnungen wurden eingerichtet. Das älteste noch erhaltene Gebäude in Obergebra ist die Kirche, genauer gesagt der Kirchturm und der Ostbau, die heutige Sakristei. Das Gotteshaus entstand vermutlich zwischen 1200 und 1300. Neben der Kirchenmauer kam Ende des 19. Jahrhunderts das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr Obergebra hinzu, die sich im Jahr 1875 gegründet hatte.

Die ebenfalls traditionsreiche Schützencompagnie des Dorfes hat es sich zur Aufgabe gemacht, das um 1920 errichtete Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges zu erhalten: Der Verein baute den 1945 verschwundenen Adler nach und brachte eine Gedenktafel an mit der verwitterten Inschrift des Steins.

Ortsbildprägend ist nach wie vor die - noch immer funktionstüchtige - Untermühle: Das Wohngebäude der Mühle steht seit etwa 1750, die Mühle selbst wurde 1904 erbaut. Bis 1993 wurde hier Mehl hergestellt. Als Ölmühle war die Obermühle einst entstanden, später wurde sie als Getreidemühle genutzt, wobei sie zwischenzeitlich auch eine Stuhlfabrik beherbergte.

Wir danken Conny Randel, Michael Randel, Sophia Schmücking sowie Ina Schmücking für die fleißige Zuarbeit.

Wenn auch Sie uns alte Aufnahmen Ihres Ortes zukommen lassen wollen, bitte an nordhausen@thueringer-allgemeine.de. Oder rufen Sie uns an: (03631) 60 58 10.

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