Taubert: Thüringen droht keine Islamisierung

Suhl. Die Thüringer Vize-Regierungschefin macht Front gegen Sügida. Verfassungsschutz: Demonstration von Rechtsextremisten beworben.

Rund 600 Menschen nahmen Montagabend an der "Sügida"-Kundgebung in Suhl teil. Foto: Sascha Fromm

Rund 600 Menschen nahmen Montagabend an der "Sügida"-Kundgebung in Suhl teil. Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Etwa 750 Menschen beteiligten sich am Montag in Suhl an einer Demonstration gegen die erste Aktion eines Pegida-Ablegers in Thüringen. Zu dessen Kundgebung waren nach Polizeiangaben etwa 600 Teilnehmer gekommen.

Die Stimmung in Suhl ist am Montag ziemlich einheitlich. "Wir sind gegen diese Sügida", sagen sechs betagtere Herren, die in der Gaststätte beim Frühabendbier sitzen und sich angeregt unterhalten. Thüringens Vize-Regierungschefin Heike Taubert (SPD) ist sehr zufrieden damit, dass so viele Menschen dem Aufruf eines Bündnisses aus Parteien, Verbänden und Kirchen gefolgt seien. Sie kam zusammen mit anderen Mitgliedern der rot-rot-grünen Landesregierung zu der Protestaktion unter dem Motto "Südthüringen bleibt bunt".

Taubert hatte bereits vor der gestrigen Demonstration der Sügida in Suhl für ein tolerantes und weltoffenes Thüringen geworben. "Hier bekommen Flüchtlinge Unterstützung und Schutz. Von einer vermeintlichen Islamisierung Thüringens kann keine Rede sein", sagte sie. Taubert nahm an der Gegen-Demonstration in Suhl teil, die unter dem Motto "Südthüringen bleibt bunt" stand. Ähnlich äußerte sich Pröpstin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Regionalbischöfin des Propstsprengels Meiningen-Suhl: "Wir sagen Nein zu Ausgrenzung, Gewalt und Terror jeder Form in jedem Land dieser Erde."

Die Staatsanwaltschaft Meiningen wird nach TA-Informationen gegen die Einladerin der gestrigen Sügida-Demonstration ermitteln. Ausgangspunkt ist eine Strafanzeige der Linke-Landtagsabgeordneten Katharina König wegen des Verdachts auf Volksverhetzung.

Der Verfassungsschutz beobachtet Sügida. Die Kundgebung vom Montag sei "maßgeblich von Rechtsextremen beworben worden", so eine Sprecherin. Die zentralen Initiatoren der Sügida-Demonstration kämen aus dem Bündnis-Zukunft-Hildburghausen (BZH), einer rechtsextremistischen Gruppierung.

Bundesweit demonstrierten am Montag Tausende für oder gegen Pegida. In Leipzig, wo erstmals ein Anti-Islam-Marsch geplant war, versammelten sich 30.000 Gegendemonstranten. In Dresden gingen laut Polizeiangaben 25.000 Pegida-Anhänger auf die Straße.

Verfassungsschutz: Sügida wurde von Rechtsextremisten beworben

Leitartikel: Sügida ist keine harmlose Kopie