Thüringen kauft privatisierte Wohnungen zurück

Erfurt/ Gera  Bei einem Notartermin am Freitag sei der Kaufvertrag für 74,9 Prozent der GWB Elstertal unterschrieben worden, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Samstag.

Die 5.000 Geraer Wohnungen der GWB Elstertal, zu denen auch das Hochhaus Heinrichstraße 27 gehört, werden wieder zu 100 Prozent in öffentlicher Hand sein und nicht vom britischen Investor Benson Elliott auf dem privaten Wohnungsmarkt angeboten.

Die 5.000 Geraer Wohnungen der GWB Elstertal, zu denen auch das Hochhaus Heinrichstraße 27 gehört, werden wieder zu 100 Prozent in öffentlicher Hand sein und nicht vom britischen Investor Benson Elliott auf dem privaten Wohnungsmarkt angeboten.

Foto: Peter Michaelis

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Thüringens rot-rot-grüne Landesregierung hat ihre Ankündigung umgesetzt und mehrheitlich Anteile an der Geraer Wohnungsbaugesellschaft Elstertal zurückgekauft. Bei einem Notartermin am Freitag sei der Kaufvertrag für 74,9 Prozent der GWB Elstertal unterschrieben worden, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Samstag. Eigentümerin sei nun die Thüringer Industriebeteiligungs-GmbH und Co. KG (TIB) - ein Förderfonds einer Tochter der landeseigenen Thüringer Aufbaubank. Das Portfolio der GWB Elstertal umfasst unter anderem 5000 Wohnungen.

Zur genauen Höhe der Kaufsumme konnte die Sprecherin noch keine Angaben machen. Wie viel die Anteile exakt wert sind, werde erst mit einer Stichtagsbilanz ermittelt. Die Staatskanzlei geht von knapp 70 Millionen Euro aus. Nach wie vor sei geplant, dass das Geld dafür aus einem Sondervermögen für Wohnungsbau komme, hieß es.

Im Zuge der Insolvenz der Stadtwerke Gera war die kommunale Wohnungsgesellschaft vor einigen Jahren zu etwa 75 Prozent an ein privates Immobilienunternehmen verkauft worden. Über einen Rückkauf wurde lange diskutiert. Gera als drittgrößte Stadt Thüringens fehlte dafür allerdings das Geld.

Die Stadt hält aktuell 25,1 Prozent der Anteile. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte bereits angekündigt, auch von der Stadt weitere Anteile abkaufen wolle, um auf die für einer Steuerungsmehrheit notwendigen 75,1 Prozent zu kommen. Wie genau es nun weitergeht soll bei Gesprächen unter anderem zwischen Stadt und Ministerien in der kommenden Woche Thema sein.

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