Thüringer Hochschulen wollen mit Werbefilm Studenten anlocken

Die Filmszenen sollen sich überlagern. Am Ende wird der Zuschauer kaum noch unterscheiden können, an welchem Ort die Sequenz gedreht wurde. Weimar, Jena, Nordhausen oder Schmalkalden?

Hauptdarstellerin Viviane Witschel, Niklas Phillip und Charlotte Bunge (v.l.) beim Dreh auf dem Erfurter Campus. Foto: Privat

Hauptdarstellerin Viviane Witschel, Niklas Phillip und Charlotte Bunge (v.l.) beim Dreh auf dem Erfurter Campus. Foto: Privat

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Erfurt. Ein hochmodernes Labor in Ilmenau, eine wilde Party in der Erfurter Engelsburg, eine Stadtansicht - die Motive des Clips werden alle Seiten des studentischen Lebens in Thüringen widerspiegeln. Insgesamt 50 Orte wachsen zusammen, verbunden durch dynamische Filmschnitte.

Mit einem Werbe-Clip sollen zukünftig Studenten aus anderen Bundesländern an die Hochschulen nach Thüringen gelockt werden. Vorbereitung und Umsetzung des Drehs laufen derzeit auf Hochtouren. Bis Ende September sollen alle Aufnahmen im Kasten sein.

"Unsere Idee ist, die räumliche Orientierung zwischen den einzelnen Standorten aufzulösen", erklärt Produzent Henryk Balkow. Entstehen soll dadurch ein gemeinsames Bild von Thüringen - praktisch ein riesengroßer Campus.

"Damit weisen wir auf die ideale Infrastruktur hin, wir zeigen, wie vielfältig die Studienmöglichkeiten hier sind", erklärt Balkow weiter. Zugleich werde aber auch eine räumliche Nähe zwischen den Standorten hergestellt.

Den Impuls für den Film erteilten die neun staatlichen Universitäten und Fachhochschulen im Freistaat über ein gemeinsames Netzwerk. Gezeigt werden soll der Streifen auf Berufs- und Hochschulmessen.

"Der Clip wird natürlich auch im Internet abrufbar sein und auf den Hochschul-Seiten eingebunden werden", erklärt Stephanie Heise, Projektmitarbeiterin im Netzwerk Hochschulmarketing Thüringen. Wichtig sei gewesen, dass sich junge Filmemacher aus der Region für das Projekt engagieren.

Derzeit zieht das fünfköpfige Drehteam aus Studenten und Dozenten durch den Freistaat. Dabei begibt sich die Kamera, die von Peter Hollek (29) aus Ilmenau geführt wird, bei den Aufnahmen in die Position des Beobachters. Einem neugierigen Touristen gleich, wird sie durch Hauptdarstellerin Viviane Witschel von Ort zu Ort begleitet. Dabei lernt der Zuschauer nicht nur die Unis und Fachhochschulen kennen, sondern bekommt auch virtuellen Kontakt zu den Menschen.

"Der Film muss ohne Text auskommen, deshalb ist die Körpersprache sehr wichtig", sagt Viviane, die bereits in der TV-Serie "Einstein" mitspielte.

Song von Clueso als Begleitmusik geplant

Benjamin Schmidt führt Regie. Für den Dreh haben sich zahlreiche Laiendarsteller gemeldet. Interessenten sind weiter willkommen.

"Die Vorteile, die ein Studium in Thüringen mit sich bringt, sind gerade in den alten Bundesländern noch zu wenig bekannt", ist der 31-jährige Dozent Balkow überzeugt. Daher gebe es noch jede Menge Aufklärungsarbeit zu leisten.

Unterlegt werden soll der Spot mit einem Song von Clueso, den er gemeinsam mit der "Stübaphilharmonie" eingespielt hat. Bezeichnender Titel: Mitnehmen.

Einer Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge sind Absolventen ostdeutscher Hochschulen zufriedener als jene in den alten Ländern. Insgesamt 87 Prozent von ihnen gaben an, dass sie wieder an ihrer alten Hochschule studieren würden. Im Westen waren es 82 Prozent.

Fakten zur Hochschullandschaft

  • Seit Jahren steigt in Thüringen der Anteil der Studierenden aus den alten Bundesländern. Zum Wintersemester 2011/2012 nahm der Zuwachs durch die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen noch mal deutlich zu.
  • Mittlerweile haben nach Angaben des Thüringer Landesamts für Statistik mehr als 35 Prozent der Studienanfänger im Freistaat ihre Hochschulreife in den alten Bundesländern erworben.
  • Insgesamt gibt es rund 53.500 Studenten.
  • Bis zum Jahr 2015 sieht der Hochschulpakt Ausgaben in Höhe von 1,56 Milliarden Euro vor.
  • Das Einstiegsgehalt ostdeutscher Absolventen liegt durchschnittlich bei 28.400 Euro im Jahr.

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