Thüringer Neonazi-Rocker gewinnen an Zulauf

Erfurt  In Türingen haben die sogenannten „Turonen“ in den letzten Monaten zahlreiche neue Mitglieder gewonnen. Der Geheimdienst prüft derzeit, ob es sich bei der Gruppe um eine rechtsterroristische Vernetzung handeln könnte.

In der Thüringer Neonazi-Szene organisieren die „Turonen“ Rechtsrock-Konzerte. Dort übernehmen sie unter anderem Sicherheitsaufgaben. Archiv-Foto: Kai Mudra

In der Thüringer Neonazi-Szene organisieren die „Turonen“ Rechtsrock-Konzerte. Dort übernehmen sie unter anderem Sicherheitsaufgaben. Archiv-Foto: Kai Mudra

Foto: zgt

In Thüringen breitet sich eine rechtsextreme Rockerbande weiter aus. Nach Recherchen von MDR Türingen haben die sogenannten „Turonen“ in den letzten Monaten zahlreiche neue Mitglieder gewonnen. Bis zu 40 Personen werden inzwischen der Bande sowie deren Unterstützergruppe „Garde 20“ zugerechnet. Nach Angaben des Thüringer Verfassungsschutzes gebe es mittlerweile auch Ableger des Clubs außerhalb Thüringens in Hessen. In Bayern seien Einzelne aktiv, erklärte der Präsident des Amtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer, gegenüber dem MDR. Kramer gehe davon aus, dass dort weitere Strukturen entstehen könnten.

Derzeit prüfe der Geheimdienst, ob es sich bei den „Turonen“ um eine rechtsterroristische Vernetzung handeln könnte. Laut Kramer sei das bisher aber nur eine Vermutung. In der Thüringer Neonazi-Szene organisieren die „Turonen“ Rechtsrock-Konzerte. Dort übernehmen sie unter anderem Sicherheitsaufgaben.

Die „Turonen“ orientierten sich an den weltweit aktiven, klassischen Rockerbanden mit einer klaren Hierarchie sowie dem Tragen von Lederkutten. Als Symbol nutzen sie das so genannte Pfeilkreuz der ungarischen Faschisten. Die „Turonen“ waren Ende 2015 aus der so genannten „Bruderschaft H8 Thüringen“ hervorgegangen. Der Thüringer Verfassungsschutz stuft sie als rechtsextrem ein.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.