Thüringer Polizeiuniform wird amerikanischer

Erfurt  Der Wechsel des Ausrüsters ändert auch das Aussehen der Dienstkleidung. Ab 2020 tragen die Beamten eckige Dienstmützen und Cargohosen.

Polizeibeamter mit Kelle

Polizeibeamter mit Kelle

Foto: dpa Picture-Alliance / Matthias Stolt / CHROMORANGE

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Eine Umfrage in den vergangenen Monaten unter Thüringer Polizisten endet mit einem eindeutigen Ergebnis. Die absolute Mehrheit hat sich nach Angaben des Thüringer Innenministeriums für eine eckige Schirmmütze entschieden. „Diesem Votum wird gefolgt“, bestätigt nun ein Sprecher der Thüringer Allgemeinen.

Damit wird die künftige Uniform der Polizei im Freistaat amerikanischer aussehen. Die Farbe der Bekleidung ist dunkler. Künftig sollen die Beamten zudem Cargohosen mit außenliegenden Taschen tragen, auch eine Warnweste gehört dann zum Angebot für die Polizisten.

Das Thüringer Innenministerium sah sich in diesem Jahr gezwungen, die Beschaffung der Uniformen neu zu organisieren. Das solle künftig nicht mehr Aufgabe der Polizei sein, heißt es. Vielmehr werde diese Aufgabe dem Logistikzentrum Niedersachsen (LZN) in Hann.Münden übertragen. Die Gespräche dazu „stehen kurz vor dem Abschluss“, so das Ministerium.

Gewerkschaft kritisiert Kostenbeteiligung

Damit würden die rund 5500 Thüringer Polizisten ab 2020 mit neuen Uniformen ausgestattet, die derzeit schon in den Ländern Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg-Vorpommern die Standarddienstkleidung sind. Das LZN beliefert in einem so genanten Nordverbund diese Polizeibehörden bereits mit den erforderlichen Uniformteilen.

Laut Innenministerium wird die Umstellung nötig, weil es für Thüringer Uniformen „zunehmend Lieferengpässe und Mängel bei der Qualität“ gebe. Als Grund dafür werden „geringe Abnahmemengen“ genannt.

Das Ministerium plant ab 2020 die neuen Unformen einzuführen. Die Umstellung soll Ende 2022 abgeschlossen sein. Bis dahin dürfe der Dienst sowohl in der bisherigen als auch in der Uniform des Nordverbundes verrichtet werden.

Für die Polizei würden keine zusätzlichen Kosten entstehen, heißt es. In den kommenden zwei Jahren soll der jährliche Zuschuss für die Uniform in Höhe von jeweils 246 Euro für jeden Polizisten auf einem sogenannten Dienstkleidungskonto beim LZN angespart werden. Danach können sich die Beamten davon neue Uniformteile kaufen.

Zudem werde mit dem Hauptpersonalrat geprüft, wie Polizisten unterstützt werden könnten, die nicht mehr ausreichend Beträge auf ihrem Thüringer Dienstkleidungskonto haben.

Kritik an diesem Verfahren übt die Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Grundsätzlich begrüßen wir die Umstellung beim Beschaffen der Uniformen“, sagt Gewerkschaftschef Kai Christ der Thüringer Allgemeinen. Allerdings müssten mögliche zusätzliche Kosten die Kolleginnen und Kollegen selber tragen.

Kai Christ verweist darauf, dass auch 2019 bei Einsätzen Teile der Uniform kaputt gehen könnten. Weil der Bekleidungszuschuss aber eingefroren sei, müssten die Beamten dann beispielsweise beim Nachkauf ihre Dienstkleidung aus eigener Tasche bezahlen.

Die Kleidung der Beamten wird dunkler

Die blaue Farbe bleibt, aber die Uniformen der Thüringer Beamten werden ab 2020 dunkler. Besonders auffällig ist dieser Farbwechsel bei den Uniformhemden und Blusen der Beamten. Und Thüringer Polizistinnen und Polizisten tragen künftig achteckige Dienstmützen. Eine Umfrage hat so entschieden.

Weitere Auffälligkeiten der neuen Uniform sind die Cargohosen. Diese bieten den Beamten durchaus Vorteile, können doch in den außen aufgenähten Taschen leichter kleinere Ausrüstungsgegenstände untergebracht werden.

Ab 2023 trägt die Thüringer Polizei dann einheitlich ihre neue Dienstkleidung.

Leitartikel: Die Reißleine gezogen

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