Touristen geben in Gaststätten im Thüringer Wald mehr Geld aus

Suhl  Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen sieht die Branche gut ins Jahr gestartet und mahnt verstärkte Investitionen in die Qualität der Häuser an.

Ein Kellner bringt Gästen eine warme Mahlzeit.

Ein Kellner bringt Gästen eine warme Mahlzeit.

Foto: Tobias Hase/DPA

Wirte und Hoteliers rund um den Rennsteig sind gut in das neue Jahr gestartet. Neun von zehn Betrieben in der Gastronomie und im Beherbergungsgewerbe verzeichnen derzeit eine positive Umsatzentwicklung. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen hervor. „Die Touristen geben in Gaststätten und Hotels mehr Geld aus“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas am Dienstag in Suhl.

Während das Gastgewerbe in den zurückliegenden Jahren zumeist das „Sorgenkind“ gewesen sei, habe die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation derzeit einen neuen Höchstwert erreicht, sagte Pieterwas. Zwar gebe es noch immer viele Baustellen und Risiken, aber das Gros der Hoteliers und Gastwirte habe höhere Preise durchsetzen können und dadurch auch den Umsatz gesteigert. „Diese Preissteigerungen waren allerdings auch dringend geboten, denn damit werden gestiegene Kosten – etwa für Energie und steigende Löhne ausgeglichen“, sagte Pieterwas. Laut der Umfrage beabsichtigt derzeit nahezu jeder zweite Betrieb in der Südthüringer Gastronomiebranche eine Preiserhöhung. Man müsse den Gästen vermitteln, dass Qualität nicht zu Billigtarifen zu haben sei, forderte Pieterwas.

Große Sorgen bereitet laut Antonia Sturm von der IHK den Gastronomen und Hoteliers in der Region der zunehmende Mangel an Fachkräften. „Neben der ausufernden Bürokratie ist der Fachkräfte-Engpass das derzeit größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Branche“, so Sturm. So beklagen mehr als die Hälfte der Herbergsbetreiber und fast zwei Drittel der Gastronomen einen Mangel an Lehrlingen und Fachkräften.

Allerdings seien Hotel- und Restaurantfachleute nicht als Mangelberufe anerkannt, räumte Antonia Sturm ein. Das liege daran, dass nur jeder zweite Betrieb seine unbesetzten Stellen bei den Arbeitsagenturen melde.

Die Ursache dafür sieht Markus Ritzmann, Geschäftsführer der Gaststätte „Gastmahl des Meeres“ in Suhl, vor allem in einem Imageproblem. „Wirte sagen doch viel lieber, dass sie ihre Mitarbeiter vom Konkurrenten abgeworben haben, als dass sie von der Agentur für Arbeit vermittelt wurden“, so Ritzmann.

Nach seinen Angaben verdienen gute Mitarbeiter in der Branche längst mehr als den Mindestlohn. Man müsse finanzielle Anreize schaffen, um Beschäftigten die Nachteile dieser Berufe auszugleichen. „Unsere Mitarbeiter arbeiten an Sonn- und Feiertagen, am Abend und in der Nacht und also auch dann, wenn ihre Freunde feiern“, so Ritzmann.

Unerlässlich sind aus Sicht von Ralf Pieterwas weitere Investitionen in die Qualität der Gaststätten, Pensionen und Hotels. Deshalb begrüßte der Südthüringer IHK-Chef ausdrücklich die Ankündigung von mehr als 60 Prozent der Betreiber von Beherbergungsbetrieben, ihre Investitionen zu erhöhen oder zumindest beizubehalten.

Dagegen steige im Gastgewerbe die Zahl der Betriebe, die keine Investitionen planen. Das liege oft an der ungeklärten Nachfolge für ausscheidende Betreiber von Lokalen, so Antonia Sturm.

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