Tura Jursa ist Südharzerin des Jahres 2013

Nordhausen. Wie oft waren sie schon im Harz, wie oft den Schönheiten der Stadt Nordhausen auf der Spur. Wie vieles davon haben Tura und Heinz Jursa, unzertrennlich wie nie zuvor, schon in Holz gehauen - beinahe für die Ewigkeit.

Die Südharzerin des Jahres 2013, Tura Jursa, im Vorgarten am Häuschen mit den eingeschnitzten Nordhäuser Motiven. Foto: Thomas Müller

Die Südharzerin des Jahres 2013, Tura Jursa, im Vorgarten am Häuschen mit den eingeschnitzten Nordhäuser Motiven. Foto: Thomas Müller

Foto: zgt

Wer bei den Jursas einkehrt, der fühlt sich dem Brocken nahe, der weiß, was Goethe und Heine bewegte, als sie den Harz in Literatur fassten. Schon die Stube scheint ganz aus Holz. Möbel, Wände, alles ist in warme Farben getaucht. Und dann hängen da die Dioramen, die Tura Jursa unten in ihrer kleinen Keller-Werkstatt fertigt. Vom Brocken mit der schnaufenden Dampflok, vom Roland in Questenberg, von Tieren und Landschaften - was ihr und ihrem Mann gefällt, wird in Holz gehauen.

Damals, als die Zahntechnikerin so plötzlich ihren geliebten Beruf verlor, weil der Krebs an ihrem Körper nagte, ja, damals fand sie in der Holzschnitzerei eine neue Aufgabe. "Ich wollte nicht in ein tiefes Loch fallen", sagt Tura Jursa energisch. Deshalb widmete sie sich dem Hobby. Schon seit Jahren hatte sie filigrane Arbeiten vollbracht, Lampenschirme mit Laubsägeblättern kreiert oder ihrem Sohnemann - wie gewünscht - einen siebenköpfigen Drachen gebacken. Immer schon war sie sehr kreativ und konnte mit ihren Händen Dinge wunderhafte vollführen.

Die Ausbildung zur Zahntechnikerin kam ihr da zugute, Holz will ebenso mit feinen Händen behandelt werden. Und so entstanden über die Zeit zahlreiche herrliche Arbeiten. Ihr Briefkasten dürfte als einer der schönsten der Stadt gewählt werden, gäbe es eine Abstimmung. Er zeigt diverse Vögel.

Noch viele Pläne: KZ-Gedenkstätte in Holz

Im Vorgarten steht ein Häuschen, auf dem Nordhäuser Motive - wie das Theater und das Torhäuschen - zu finden sind. Und natürlich hat Jursa ihren Freund, den Brocken-Benno, und ihre langjährige Bekannte Erika Schirmer in Holz gebannt. "Mir fielen noch einige andere Persönlichkeiten ein, und auch das Gelände der Gedenkstätte Dora möchte ich unbedingt verwirklichen", sagt die 65-Jährige.

Freilich, es ist ein Hobby, und hetzen will sie sich nicht. Doch die Ideen schwirren ihr immer wieder durch den Kopf, vieles ist in Fragmenten schon vorhanden, allein, es muss auch handwerklich umgesetzt werden.

"Ach, ich habe viel Arbeit", lächelt die schwarzhaarige Frau mit dem Dutt fröhlich. Für den Park Hohenrode beispielsweise ist sie dabei, einen Pfad der Poesie zu erschaffen. 30 Tafeln sollen einmal in dem Park aufgestellt werden, versehen mit sinnreichen Worten diverser Dichter. Gerade hat sie einen Vers Rudolf Hagelstanges auf dem Werktisch liegen. "Was der ausdrücken konnte, dieser sportliche Mann, herrlich."

Überhaupt, der Park Hohenrode. Tura und Heinz gehören zu den aktiven Mitgliedern, die dieses Kleinod retten wollen. Und natürlich haben die beiden schon einige Spuren hinterlassen, seitdem sie dem Verein angehören. Das Schild über dem Parkeingang, die Parkordnung, ein Gruß aus Holz am Eingang zum Café. Immer wieder lassen sich die beiden etwas einfallen. Viele Ideen bringen sie von ihren Wanderungen in den Harz mit, manchmal auch ein ungewöhnliches Stück Holz.

Doch beide packen auch kräftig zu. Sie legte die Stuckdecke in der Kneiff-Villa mit anderen frei, er baute neue Stuckformen, sie goss sie. Eine perfekte Symbiose. Und sicherlich auch ein Grund, weshalb viele TA-Leser dieser Frau ihre Stimme gaben.

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