Über 600 Traktoren erobern nächstes Wochenende Sundhausen

Sundhausen (Kreis Nordhausen). Die Sache musste ganz schnell gehen. Es war ein Tipp eines Vereinsmitgliedes. In der Schärfgasse, in einer Scheune, stehe eine alte Häckselmaschine, hieß es. Genau das richtige für den Scheunenhof, wo die Traktorenfreunde aus Sundhausen ihre Bleibe haben.

Rolf Benkstein (links) und Udo Röger vor der neuen alten Maschine im Scheunenhof. Foto: Thomas Müller

Foto: zgt

Da wurde nicht lange gezögert, die Maschine bugsierte man von Nord- nach Sundhausen. Die Scheune, in der sie stand, war wenige Tage später abgerissen. Maßarbeit! Udo Röger und Rolf Benkstein, die beiden Chefs des Vereins, schauen sich das gute Stück gern an. Die liebevollen Beschriftungen. "Eichsfeldia" steht da. Und "Franz König Heiligenstadt".

Irgendwann kam die Maschine in die Rolandstadt. Manchmal geht Technik verschlungene Wege. Wer weiß das besser als die Lanz-Bulldog-Freunde. Aus allen Ecken Deutschlands holten sie ihre Schmuckstückchen. Röger fährt einen alten Lanz aus dem Jahr 1932. Benksteins ältestes Exponat ist noch acht Jahre älter.

Ohne die Frauen liefe beim Treckerfest nichts

Neben der hoffentlich wieder intakten Häckselmaschine werden die Mitglieder des Traktorenvereins am kommenden Wochenende - 6./7. September - wieder groß an die Öffentlichkeit gehen mit ihren Fahrzeugen. "Über 600 Traktoren aus ganz Deutschland sind für das Dreschfest schon angemeldet", strahlt Benkstein. 1992, als man in Bielen das erste Treffen ausrichtete, waren es gerade einmal sechs Fahrzeuge.

Inzwischen ist es die 16. Auflage, und der Vorstand ist überzeugt: Es werden wieder Tausende Menschen kommen. Immerhin, es ist eines der größten Traktorentreffen in Thüringen. Bis aus dem Siegerland reisen die Teilnehmer an. Ihre fahrbaren Untersätze wird Rolf Benkstein einen nach dem anderen an den zwei Tagen vorstellen. "Da freuen sich die Besitzer drüber", weiß er.

Neben rund 70 verschiedenen Traktorentypen - freilich auch aus Nordhäuser Produktion - kommt eine voll funktionstüchtige Dampfwalze aus dem Jahr 1927 zum Einsatz sowie die vereinseigene Heißdampflokomotive von 1935, die die Dreschmaschine antreibt. Denn natürlich sollen wieder Getreide gedroschen und Stroh gepresst werden. Daneben sind Oldtimer, Standmotoren, alte Lkw und Fahrräder zu bestaunen. Übrigens: Um den Dampfkessel zu betreiben, hat der Verein eigens Kesselwärter ausgebildet. Denn die sind inzwischen Mangelware und eigentlich nur noch bei der Bahn zu finden.

"Das alles geht nur, weil wir fleißige Vereinsmitglieder haben", lobt das dritte Vorstandsmitglied, Diethard Kellner. 67 sind es im Moment sowie drei jugendliche Anwärter. "Und weil unsere Frauen uns so stark unterstützen", ergänzt Rolf Benkstein. Jetzt, kurz vor dem Fest, werden wieder täglich private Stunden für die Vorbereitung drauf gehen. Denn am kommenden Wochenende soll alles perfekt laufen.

Das Programm

Freitag, 5. September

20 Uhr Eröffnungsparty mit Programm und Dreschfest-Kino

Samstag, 6. September

9-18 Uhr Technik-Ausstellungen und Vorführungen

20 Uhr: Tanz um den Lanz mit der Akky-Band

Sonntag, 7. September

9-16 Uhr: Technik-Austellungen und Vorführungen

10 Uhr: Blasmusikfrühschoppen

bis 17 Uhr: Gaudi im Festzelt am Scheunenhof

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