Viel Beifall für gewagte Arrangements

Erfurt  Erfurter Akkordeonorchester „Robert Flache“ und Steigerwaldchor im Weihnachtskonzert

Im Saal des Evangelischen Ratsgymnasiums heimsten das Erfurter Akkordeonorchester „Robert Flache“ und der Steigerwaldchor Beifallsstürme ein.

Foto: Heidrun Lehmann

Es verführte dazu, den Atem anzuhalten: ein „Ave Maria“ aus der Renaissance, von Ralf Schöne in einen vierstimmigen Chorsatz gefasst, mit einem geradezu avantgardistisch anmutenden Arrangement aus der Feder von Harald Benkert. Die musikalischen Leiter des Steigerwaldchores und des Erfurter Akkordeonorchesters „Robert Flache“ vereinten ihre schöpferischen Kräfte zu einem musikalischen Meisterstück, das die Besucher des Weihnachtskonzertes am Sonntag in der Aula des Evangelischen Ratsgymnasiums von der ersten Minute an in den Bann zog.

Als musikalisches Meisterstück darf wohl der gesamte Auftritt der beiden Ensembles gewertet werden. Anders als sonst hatten die Akkordeonspieler bereits vor ihren Notenständern Platz genommen, während die Sänger summend durch die Reihen in Richtung Bühne schritten. Abwechselnd übernahmen Harald Benkert als musikalischer Leiter des Erfurter Akkordeonorchesters und Ralf Schöne als musikalischer Leiter des Steigerwaldchores das Dirigat für die teils gemeinsam dargebotenen, teils eigenständig aufgeführten Lieder, Medleys und weihnachtlichen Melodien.

„Mit Glockenklang und frohem Gesang“, so Steffi Selke als Moderatorin des Steigerwaldchores, ließen die beiden Ensembles die Gäste teil haben an einem Streifzug durch die Jahrhunderte, durch Genres und unterschiedliche Sprachräume. Harald Benkert, der zudem den größten Teil der Moderation bestritt, ließ die Besucher wissen, dass er anfangs Zweifel daran hegte, ob ihm Ralf Schöne das etwas gewagte Arrangement des „Ave Maria“ durchgehen lasse. Er tat’s. Zuvor legte der Steigerwaldchor Zeugnis ab von der Hohen Schule des a-capella-Chorgesangs.

Es überrascht, wie vielfältig das Akkordeon zum Klingen gebracht werden kann. Ob „Süßer die Glocken ...“, „Still senkt sich die Nacht hernieder“ oder Zeitgenössisches in Rock- oder Pop-Manier, verstärkt durch Percussion – die Nachfahren von Orchestergründer Robert Flache wissen nicht nur mit Stücken im Volksliedcharakter zu glänzen.

Die Idee zum gemeinsamen Konzert geht auf einen Nachmittag im Sommer auf der Ega zurück, wobei dort allerdings jeder seinen eigenen Part bestritt, so Stefan Kunze. Der Vorsitzende des Vereins „Erfurter Akkordeonorchester Robert Flache“ erinnerte daran, dass das seit knapp 85 Jahren bestehende Orchester seine Auftritte gern mit Gesang verbinde, wofür bereits die verschiedensten Chöre gewonnen werden konnten.

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